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  • Weihnachten in Dublin - ganz Irland ein Winterwunderland

    Der Countdown bis Weihnachten läuft. Viele Städte putzen sich jetzt feierlich heraus und so wohnt weihnachtlichen Städtereisen ein ganz besonderer Zauber inne. Wer denkt, im Dezember lohnt sich kein Citytrip mehr, könnte daher falsch liegen. Im weihnachtlichen Lichterglanz erstrahlend zeigen sich die Straßen und Sehenswürdigkeiten von Dublin und anderen irischen Städten von ihrer besten und stimmungsvollsten Seite. Wir zeigen Euch, was Euch im Dezember in Dublin bzw. in Irland erwartet. Dublin - ein einziges buntes und strahlendes Winterwunderland Die irische Hauptstadt erstrahlt zur Weihnachtszeit in zauberhaftem Glanz, besonders in Temple Bar; dieses Viertel ist jedes Jahr besonders hübsch dekoriert. Drinnen wird in den vielen Pubs Livemusik gespielt und der Weihnachtsklassiker der irischen Band The Pogues “Fairytale of New York“ gehört zu den Klassikern der Jahreszeit. Wer den Kopf klar bekommen möchte - in Dublin gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten und tolle Strecken für Spaziergänge, Beispiele hier . Je nach Wind und Wetter empfiehlt sich ein Abstecher an die Küste einzuplanen, etwa zur Halbinsel Howth , Killiney Hill oder ins Seebad Bray . Die Weihnachtsmärkte Photo by dublinlive.ie Der beste Weihnachtsmarkt ist der Dublin Castle Christmas Market, der seit Ende November geöffnet ist, außerdem gibt es den brandneuen Smithfield Christmas Market . Daneben kann man sich über viele kleinere Märkte, wie z. B. den Swords Castle Christmas Market freuen. Der Dublin Castle Christmas Market findet auf dem beeindruckenden Gelände des Dubliner Schlosses statt. Hunderte von Weihnachtsbäumen säumen den Weg, der zum Innenhof führt. Unbedingt nach Einbruch der Dunkelheit besuchen! Die Unterhaltung Bei Christmas at The Castle treten jedes Jahr viele Musiker auf. Wenn die Lieder im historischen oberen Innenhof gespielt werden, schwelgt man in einer magischen Kulisse, die sofort für Weihnachtsstimmung sorgt. In den Holzhütten des Weihnachtsmarkts werden süße und herzhafte Leckereien angeboten. Besucher können kostenlos die wunderschön geschmückten State Apartments besichtigen. Christmas at the Castle bietet auch ein historisches Karussell, eine neapolitanische Krippe und einen überdachten irischen Designermarkt. Öffnungszeiten Der Dublin Castle Christmas Market 2024 ist noch bis Mittwoch, 18. Dezember 2024, täglich von 12:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Parken und Öffentliche Verkehrsmittel Die nächstgelegenen Parkhäuser sind das Q-Park Christchurch Parkhaus und Park Rite Drury Street. Dublin Castle ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Viele Buslinien halten in der nahe gelegenen Dame Street, George's Street und Lord Edward Street und sind zu Fuß erreichbar. Man kann auch mit der Luas bis St. Stephen's Green fahren und dann zu Fuß gehen. Ganz Dublin erstrahlt in festlichem Glanz Photo by christmasmarketsineurope.com Nahezu ganz Dublin hat sich feierlich heraus geputzt. Einige der eindrucksvollsten Lichter sind in der O'Connell Street und der Grafton Street zu sehen. Ebenfalls eine leuchtende Augenweide: Smithfield Square, Millenium Bridge, Wolfe Tone Square, GPO, Custom House, Georges Dock, Samuel Beckett Bridge, Seán O’Casey Bridge, Mansion House und Merrion Square Park. Elfenstadt Eine der neuesten Weihnachtsveranstaltungen in Dublin ist Elf Town, ein 75-minütiges Erlebnis. Elf Town lässt Kinder und Erwachsene in die magische Welt des Weihnachtsmanns eintauchen. Im Laufe eines Besuchs trifft man den Weihnachtsmann Santa Claus, seine Frau und die Elfen des Weihnachtsmanns. Echte Rentiere gibt's auch. Wonderlights Wonderlights ist eine weitere praktische Option für alle, die in Dublin zu Weihnachten etwas mit Kindern unternehmen möchten. Irlands größte Lichtshow ist im Malahide Castle (seit 7. November) und im Marlay Park (seit 14. November) zu sehen. Die beleuchteten Wanderwege bieten eine Mischung aus Lichtern, Farben, Natur und Klängen und sind für alle Altersklassen geeignet. Wonderlights gibt's übrigens auch in Cork, siehe: https://www.wonderlights.ie/fota-house Weihnachtstee im Vintage Bus Photo by www.vintageteatrips.ie Wer auf der Suche nach einem einzigartigen Weihnachtserlebnis in Dublin ist, sollte sich den Weihnachtstee im Vintage Bus nicht entgehen lassen! Zu Weihnachten verwandelt sich der beliebte Vintage Tea Trips-Bus in ein festliches Wunderland. Man genießt einen Nachmittagstee (mit weihnachtlichen Köstlichkeiten), lauscht Weihnachtsliedern und dreht dabei eine Runde durch die Stadt (70 bis 80 Min. Dauer). Sternsinger-Gottesdienste Während der Weihnachtszeit finden in Dublin zahlreiche Sternsinger-Gottesdienste statt, die von kostenlos bis kostenpflichtig und von groß bis klein reichen. Zwei der herausragenden Weihnachtsgottesdienste sind der in der Christ Church Cathedral und der in der St. Patrick's Cathedral . Hier noch einige andere, die einen Blick wert sind: Eine Dubliner Gospel-Weihnacht (Draíocht ), Christmas by Candlelight (St. Patrick's Cathedral) sowie Weihnachten mit dem NSO (National Concert Hall) und https://www.nch.ie/all-events-listing/christmas-at-the-movies/ . Wilde Lichter im Dubliner Zoo Der Zoo von Dublin hat das Thema der diesjährigen preisgekrönten Nachtveranstaltung „Wild Lights“ bekannt gegeben: Eine Reise durch die Zeit“. Es ist für alle Altersgruppen etwas dabei, von den jüngsten Dinosaurier-Experten bis hin zu älteren Geschichtsinteressierten! Die Besucher reisen Milliarden von Jahren zurück in die Vergangenheit, bis hin zum Urknall. Von dort aus haben unerschrockene Zeitreisende die Möglichkeit, zwischen Dinosauriern umherzustreifen, bevor sie das Zeitalter der Menschen, den Aufstieg antiker Zivilisationen und schließlich die Neuzeit miterleben. Wild Lights ist vom 4. November bis 5. Januar täglich von 17:00 bis 21:00 Uhr geöffnet (außer Heiligabend, dem ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag). Tickets müssen im Voraus online gebucht werden! Siehe: https://www.dublinzoo.ie/visitors/embark-on-a-journey-through-time-as-wild-lights-returns-to-dublin-zoo/ Weihnachtsmarkt und größte Eisbahn Irlands ... sind auf dem Dún Laoghaire Christmas Festival zu finden. Die Feierlichkeiten finden im Hafen von Dun Laoghaire, im National Maritime Museum, auf dem Harbour Plaza und auf dem neuen Myrtle Square statt. Die Hauptattraktion ist zweifellos die größte Eisbahn Irlands (im Hafen von Dún Laoghaire). Sie können aber auch den Weihnachtsmann im National Maritime Museum besuchen. Das Dun Laoghaire Christmas Festival bietet auch festliche Dekorationen, Weihnachtsliedersingen für wohltätige Zwecke, einen Jahrmarkt, dekorierte Schaufenster, den Briefkasten des Weihnachtsmanns, Irlands einzige Santa-Magic-Schlittenfahrt, bei der man mit dem Weihnachtsmann und seinen Rentieren ans Fliegen kommt, sowie Dragon Coaster, Cup and Saucers, Kiddies Toy Set und das Riesenrad aus dem Film Grease! Parken und öffentliche Verkehrsmittel Dun Laoghaire kann ein Alptraum sein, was das Parken angeht, vor allem an den Wochenenden. Folgende Parkplätze kann man versuchen: Der IMC-Parkplatz und den West Pier Parkplatz. Wer ohne Auto in Dublin ist, kann mit der DART vom Dublin City Centre in Richtung Süden fahren. Fahrtzeit zwischen 15 und 30 Minuten bis Dun Laoghaire. Mit dem Bus: Die Linien 7, 7n, 46a, 46n, 59, 63, 75 und 111 fahren alle nach Dun Laoghaire. Bewegliche Krippe Photo by familyfun.ie Weihnachten in Dublin wäre nicht Weihnachten ohne die mittlerweile fast schon ikonische bewegliche Krippe , die nun schon zum 68. Mal stattfindet. 1956 wurde sie zum ersten Mal eröffnet, und seither wurde sie bei Generationen von Familien Teil ihrer Weihnachtstraditionen. Noch bis zum 7. Januar von 11:00 bis 17:30 Uhr auf dem Parnell Square West. Hier noch ein Überblick über die bekanntesten und weniger bekannten irischen Weihnachtsmärkte Zwischen hölzernen Marktständen umherschlendern, Glühwein schlürfen, während Weihnachtsmusik in der frischen Dezemberluft erklingt - es gibt für viele kaum etwas Besseres, um die Weihnachtszeit beginnen zu lassen. Während für Kontinentaleuropäer die Auswahl an Weihnachtsmärkten schier überwältigend ist, hat sich der Besuch eines Weihnachtsmarktes in Irland erst in den letzten Jahren zu einer beliebten Weihnachtstradition entwickelt. Der älteste, bzw. am längsten bestehende Weihnachtsmarkt Irlands findet in Galway statt. Hier alle Infos über den Galway Christmas Market . Er findet bereits seit 14 Jahren statt und ist noch bis 5. Januar 2025 geöffnet. Auf dem Eyre Square stehen über 50 traditionelle Holzhütten, und die Straßen sind wunderschön mit Weihnachtsbeleuchtung geschmückt. Es gibt eine große Auswahl an gastronomischen Angeboten, natürlich Bratwurst und Glühwein, dazu ein Riesenrad, Karussell, die Weihnachtsmann-Grotte, Puppentheater, Geschichtenerzähler und Live-Auftritte. Wer auf traditionelle Weihnachtsmärke im deutschen/kontinentalen Stil steht, der sollte sich nach Belfast aufmachen. Die Holzhütten dort wirken sehr vertraut. Der Weihnachtsmarkt von Belfast - noch bis 22. Dezember - ist heute eine der größten Winterveranstaltungen in Nordirland, die jedes Jahr von mehr als 1 Million Menschen besucht wird. Es gibt Lebensmittel und Geschenkideen aus 32 Ländern der Welt. Crêpes aus Frankreich, belgische Pralinen, Riesenbratwurst, spanische Paella und Hug in a Mug Gluhwein vom Weingut Kochem aus dem Moseltal. Dazu noch ein historisches Karussell und viele Angebote für Kinder. Alle Infos hier. Ein weiterer beliebter Weihnachtsmarkt ist Waterford Winterval . Er bietet bis 23. Dezember wirklich für jeden etwas. Nicht verpassen sollte man die Winterval Illuminationen. Eine riesige Leinwand auf dem Arundel Square wird mit einer 3D-Projektionsshow beleuchtet, während Musik erklingt. Die Kinder werden es lieben, ebenso den Glow Garden, bei dem die Gärten der New Street mit Tausenden von Lichtern beleuchtet werden. Außerdem gibt es eine kostenlose Wikinger-Elfenjagd, ein Wikingerdorf von Deise Medieval, Geschichtenerzähler und vieles mehr. Auf dem Glenveagh-Weihnachtsmarkt, dem Garter Lane Arts Centre und dem Waterford Crafts Market sind über 100 Hersteller von Lebensmitteln, Kunsthandwerk und Getränken in Holzhütten im Innen- und Außenbereich vertreten. Zuviel genascht? Dann bietet sich gleich darauf ein längerer Spaziergang auf dem Waterford Greenway an oder die Eislaufbahn . Außerdem gibt es jedes Wochenende Live-Musik auf der Bühne und in der Kathedrale finden in der Regel Weihnachtskonzerte statt. Weitere Infos hier. Cork ist an sich schon eine lebhafte Stadt, doch zur Weihnachtszeit steppt dort offenbar so richtig der Bär. In diesem Jahr gibt es in Cork City ein völlig neues Erlebnis, das "Corkmas" genannt wird. Das Riesenrad bleibt bestehen, aber auf dem Emmet Square gibt es jetzt die Lichtshow "Solas" . Außerdem gibt es den ausgezeichneten Maria Market mit zahlreichen Veranstaltungen; die Talente lokaler Musiker, Sternsinger und Kunsthandwerker tragen zu Corks lebhafter Atmosphäre bei. An den Wochenenden vor Weihnachten kann man ein visuelles Spektakel genießen, bei dem Geschichten mit Trommlern, Tänzern und reizenden Figuren zum Leben erweckt werden, mit Darbietungen von lokalen und internationalen Künstlern und Straßenkünstlern, oder mal eine Runde auf dem Riesenrad drehen, das einen Panoramablick auf die pulsierende Stadt bietet und bis zur ersten Januarwoche geöffnet ist. Weitere Infos hier. Das Yulefest Kilkenny 2024 startet mit der Ankunft des Weihnachtsmanns in der Stadt und dem Beginn des Yulefest-Weihnachtsmarktes. Die Besucher des Festivals können sich auf festliche Leckereien, kreatives Kunsthandwerk, Live-Musik und Familienunterhaltung freuen. Wir finden, Irland ist gerade zur Weihnachtszeit eine Reise wert und zeigt sich gerade in dieser Zeit von einer ganz anderen, funkelnden Seite.

  • Irland - die Port Láirge, das berühmte Schiffswrack von Wexford und die St. Kearns Explosion

    Die in der Dubliner Werft gebaute Port Láirge war fast hundert Jahre lang der Sand- und Schlamm-Bagger für den Hafen von Waterford, bevor sie ein fast schon ironisch anmutendes Ende nahm. Wer auf der Suche nach einem idealen Hintergrundbild ein visuell attraktives Schiffswrack benötigt, wird im County Wexford fündig. Und das Beste dabei: das Wrack ist sozusagen"fußläufig" erreichbar. :-) Was weiß man über das Schiff? Das Wrack in der Bannow Bay ist verrostet, keine Frage, aber doch weitgehend intakt. Und zugänglich ist das Gebiet auch. Einfach die Straße passieren, wo das Schiff nahe des Ufers auf Grund gelaufen ist. Bei Ebbe könnte man vom St. Kieran's Quay glatt versuchen an Bord zu gehen. Nein, das ist natürlich nur eine Gedankenspielerei - bitte nicht, es ist definitiv zu gefährlich. Leider hat Vandalismus auch seine Spuren hinterlassen, aber es ist immer noch ein "schönes Wrack". Gebaut um 1910, tat die Port Láirge noch bis 1987 brav ihren Dienst im Hafen von Waterford. Mit Dampf angetrieben ist sie das letzte Schiff dieses Typs, das in Irland gebaut wurde, bevor sie vor zig Jahren in Saltmills aufgegeben wurde und auf Sand lief. Ein Sandbagger, der auf ... ja, das meinte ich mit einem fast ironisch anmutenden Ende. Die Opfer der Bombenexplosion Etwas weiter, am St. Kieran's Quay erinnert eine Gedenktafel an ein überaus tragisches Ereignis. Nur einen Steinwurf entfernt sieht man einen Grabstein zum Gedenken an IRA-Männer, die dort 1920 beim Bombenbau ums Leben kamen. Ja, richtig gelesen - Bombenbau, Explosion ... was eher an einen Bruce Willis-Film erinnert, geschah hier im schläfrigen Wexford County. Wir machen einen ganz kurzen Schlenker zum irischen Unabhängigkeitskrieg (1919-1921), der, wie wir wissen, ein Guerillakrieg war. Die I.R.A. kämpfte, um die britische Herrschaft in Irland zu beenden und endlich einen unabhängigen irischen Staat zu errichten. Während des Krieges wurden Kasernen der R.I.C. (königlich irische Schutzpolizei) angegriffen, auch Postämter und Eisenbahnen. Es gab immer wieder gerade auch auf irischer Seite Opfer; die meisten in der Grafschaft Wexford. Am 12. Oktober 1920 wird die Gegend um das malerische St. Kearns in der Nähe von Saltmills nachts durch eine Explosion erschüttert. Vierzehn Männer aus dem Ort stellen in einem unbewohnten Haus in St. Kearns Sprengstoff her, als dieser versehentlich explodiert und fünf Menschen tötet; die anderen werden verletzt. Dieses Ereignis ist der größte einzelne Verlust an Menschenleben in der Grafschaft Wexford während des Unabhängigkeitskrieges. Sechs der Amateur-Bombenbauer werden daraufhin inhaftiert, drei weitere sind auf der Flucht vor der RIC (königlich irische Schutzpolizei). Am 4. Januar 1921 stellen die Briten die Grafschaft Wexford unter Kriegsrecht. Es soll noch bis zum 11. Juli 1921 dauern, bis der irische Unabhängigkeitskrieg schließlich endet - beide Seiten stimmen einem Waffenstillstand zu - der Konflikt hatte eine Pattsituation erreicht. Anlässlich des 50. Jahrestages der Explosion errichtete man im Oktober 1970 ein Denkmal, um an diese lokale Tragödie zu erinnern.

  • Irland - wo einst der Scheiterhaufen brannte

    Ihr Leben ist filmreif. Die wohlhabende, unabhängige und viermal verheiratete Alice war im 14. Jahrhundert in Kilkenny eine umstrittene Figur. Mit ihrem Besitz und ihrem Geld hatte sie im Gegensatz zu den meisten Frauen der damaligen Zeit zumindest die Illusion von Freiheit: Alice und ihr geldgebender Sohn William Outlawe wurden gleichermaßen bewundert und beneidet und waren oft die Zielscheibe des lokalen Klatsches. Vier Ehemänner soll sie vergiftet haben. Eine Hexe sei sie obendrein. Ihre Geschichte ist im irischen Städtchen Kilkenny noch allgegenwärtig. Am 3. November 1324 brannte der Scheiterhaufen, und es war nicht Alice, wie vorgesehen, die dort brannte. Hier die spannende Geschichte über die adlige Alice und die erste Hexenverbrennung auf irischem Boden. Viermal verheiratet, viermal Witwe ... Alice Kyteler, aus einer flämischen Kaufmannsfamilie stammend, die sich im 13. Jahrhundert in Kilkenny niedergelassen hatte, heiratet im Jahr 1280 William Outlaw, einen wohlhabenden Kaufmann und Geldverleiher, mit dem sie einen Sohn gleichen Namens hat, der später Bürgermeister von Kilkenny wird. Alice heiratet nach dem Tod William Outlaws ein zweites Mal, wieder ein Geldverleiher, Adam Ie Blund of Callan. Das Paar ist sehr wohlhabend. Kytelers Sohn William profitiert 1307 davon, dass Adam le Blund ihm die Tilgung seiner Schulden erlässt und ihm zudem all seine Waren, Immobilien und Juwelen übergibt. 1309 heiratet Alice Kyteler ein drittes Mal, dieses Mal ist es Richard de Valle, ein wohlhabender Grundbesitzer, den aber bereits 1316 der Tod ereilt. Alice traut sich ein viertes Mal, dieses Mal mit Sir John Ie Poer. Nach einiger Zeit wird er krank und die Gerüchte mehren sich, Alice vergifte ihn möglicherweise. Sir John wendet sich an den Bischof von Ossory und klagt seine Frau an. Die Stiefkinder aus den vorherigen Ehen schließen sich der Klage an. Kyteler solle ihre Väter verhext, ihnen den Tod gebracht und den Kindern das Erbe genommen haben. Der Bischof lässt Kyteler vorladen, doch sie flieht. Sich mit dem Bischof anzulegen war vermutlich ihr größter Fehler. Alice wird gejagt Der Bischof versucht Kyteler habhaft zu werden, doch sie ist bereits nach Dublin geflohen. Lady Alice dreht nun die Klage um und erreicht, dass der Seneschal von Kilkenny den Bischof verhaftet. Für 17 Tage verschwindet er hinter Gittern. Als der Bischof erneut versucht, Kyteler verhaften zu lassen, ist sie bereits mit Sarah, der Tochter ihrer Dienerin Petronilla de Meath, nach England geflohen. Wenn es um Hexereiprozesse geht, denkt man am ehesten an die Auswüchse des 16. und 17. Jahrhunderts. In Irland kommt es jedoch 1324 zu dem besonders berüchtigten und faszinierenden Fall von Alice Kyteler. Es ist nicht nur der erste dokumentierte Fall einer kombinierten Anklage wegen Hexerei und Ketzerei, sondern auch der erste Fall, in dem eine Frau in Irland wegen Ketzerei verbrannt werden soll. Die Inquisition Nach drei Inquisitionen wird Alice Kyteler der Hexerei angeklagt und neben ihr noch elf weitere Personen. Mit einigen der Angeklagten kann Alice Kyteler entkommen, doch die meist ärmeren der Angeklagten werden in Haft genommen, andere freigelassen. Ihr Sohn, William Outlaw, bekennt sich schuldig; seine Strafe wird in eine Buße verwandelt und er muss nun für ein Jahr jeden Tag drei Messen hören, den Armen Essen geben und sich verpflichten, das Dach der Kathedrale St. Canice mit Blei neu zu bedecken. Die 11 Anklagepunkte 1 - Sie leugne Christus und die Kirche 2 - sie zerschneide lebende Tiere und gebe sie in den Straßen als Gaben an einen Dämon 3 - sie habe die Schlüssel zur Kirche gestohlen und würde sich dort nachts versammeln 4 - im Schädel eines Räubers habe sie die Eingeweide, inneren Organe, Würmer, abgeschnittenen Nägel von Toten, Haare vom Gesäß und Kleidung von Jungen, die bei der Taufe gestorben waren, gesammelt, um daraus Tränke zu brauen 5 - mit diesen Tränken wollten sie andere Menschen verleiten, andere Christen zu beeinflussen 6 - Alice habe einen Dämon als Inkubus , mit dem sie auch fleischlich bekannt sei und der ihr entweder als Katze, zotteliger schwarzer Hund, oder als schwarzer Mann erscheine. Von diesem habe sie ihren Reichtum erhalten. 7 - Alice habe Zauberei benutzt, um einige ihrer Ehemänner zu ermorden und andere zu betören, so dass sie und ihr Sohn William Outlaw deren Reichtum erwarben und die Stiefkinder verarmten. 8 - Sie habe ihren vierten Ehemann Sir John Ie Poer vergiftet Letzteres wird durch die Beschreibung von Sir John aus dem Jahr 1324 untermauert, die ihn abgemagert, mit herausgerissenen Nägeln und ohne Körperbehaarung zeigt. Alles Symptome, die durchaus auf eine Arsenvergiftung hinweisen. 9 - Petronilla habe drei schwarze Männer gesehen, die eine Eisenstange getragen hätten 10 - Petronilla sei dabei gewesen, als Alice Kyteler mit ihrem Dämon Geschlechtsverkehr gehabt habe 11 - Alice Kyteler wird beschuldigt, mit einem Besen durch die Straßen von Kilkenny gekehrt und alles vor die Tür ihres Sohnes gefegt zu haben, mit dem Ausruf, dass er nun allen Reichtum der Bürger von Kilkenny besäße. Auf Anweisung des Bischofs wird Petronilla de Meath sechsmal ausgepeitscht und am 3. November 1324 als Hexe verbrannt. Die Arme war die einzige der Angeklagten, die die volle Strafe erdulden musste. Alle anderen kommen nach Zahlungen und weiteren Bußen frei. Alice Kyteler lebt bis zu ihrem Tod unter dem Schutz von König Edward III.  in England. Wo am 3. November 1324 der Scheiterhaufen brannte, erinnert in der Altstadt von Kilkenny heute das Speiselokal „Petronella“ an die unglückliche Dienerin. Nur ein paar Schritte weiter gibt es immer noch das Pub Kyteler’s Inn , das einst Alice gehörte. Mehr über das bezaubernde Kilkenny, das übrigens im Mittelalter fast die Hauptstadt von Irland geworden wäre hier und hier .

  • Irland - kleine Namenskunde gefällig?

    Irische Nachnamen spiegeln die lange Geschichte Irlands wider, von den Tagen der keltischen Könige bis zu den aufeinanderfolgenden Invasionen in der Neuzeit. Ich selbst fand es überaus spannend, bei unseren irischen Freunden bereits anhand des Nachnamens eine Idee davon zu bekommen, ob der- oder diejenige normannische Vorfahren hat oder - lang ist's her - Wikingerblut in sich trägt. Vielleicht stammt der Nachname aber auch aus der Zeit der Hugenotten oder den Pfälzern in Irland? Von Engländern, die es immer wieder nach Irland verschlagen hat, ganz zu schweigen. Diese Eroberungs- und Einwanderungswellen haben sich in den irischen Nachnamen niedergeschlagen - frei nach der Devise "Sage mir Deinen Namen und ich sage Dir, woher Dein Name stammt", damit könnt ihr beim nächsten Stehempfang mal für großes Staunen sorgen, wetten? Los geht's! Machen wir einen Schlenker in die faszinierende Welt der irischen Nachnamen! Von den Wikingern beeinflusste gälische Nachnamen Eine Reihe von irischen Nachnamen zeigen deutlichen Wikinger-Einfluss. So leitet sich beispielsweise der Nachname MacAuliffe vom gälischen „Mac Amhlaoibh“ ab, was „Sohn von Olaf“ bedeutet - Olaf ist ein geläufiger nordischer Name. In ähnlicher Weise hat der Nachname MacManus seine Wurzeln im gälischen „Mac Maghnúis“, was „Sohn von Magnus“ bedeutet, einem weiteren verbreiteten nordischen Namen. Der Nachname Doyle hingegen stammt aus dem gälischen „Ó Dubhghaill“, was übersetzt „Nachkomme des dunklen Fremden“ bedeutet - eine Anspielung auf die Wikinger, die sich in Irland niederließen. Normannische Nachnamen in Irland Als die Normannen Irland erobern, kommen auch ihre Nachnamen nach Irland. Einige bemerkenswerte Beispiele für normannische Nachnamen in Irland sind Burke , auch Bourke (abgeleitet von de Burgh ), FitzGerald , FitzHenry , Butler (von le Boteler), DeLacy, Roche und De Courcy . Der normannische Nachname Burke stammt übrigens aus der Gemeinde Caen in der Normandie (de Burgh bedeutet „aus der Gemeinde“). Die Burkes sind seit dem 12. Jahrhundert in Irland ansässig, hauptsächlich in der Provinz Connacht. Eines der auffälligsten Merkmale normannischer Nachnamen in Irland ist die Verwendung der Vorsilbe „Fitz“, die von dem altfranzösischen Wort „fils“ (Sohn) abgeleitet ist. Diese Vorsilbe wurde in ähnlicher Weise wie das gälische Mac oder das nordische son verwendet, um eine patronymische Beziehung anzuzeigen. Kilkenny, das jahrhundertelang eine normannische Festung war, ist auch ein gutes Beispiel. Namen wie Aylward , Blanchfield , Butler , Cantwell , Dollard , Forrestal , Shortall  und Stapleton  sind heute noch in Kilkenny alltäglich, obwohl sie außerhalb dieser Region ziemlich selten sind. Ähnlich in Co. Meath, wo es lange Zeit auch eine dominante normannische Präsenz gab, dort findet man Barnwall , Dardis  und Nangle. Cork wiederum hat seine Familien Barry , Beamish , Cadogan , Cogan  und Lucey , obwohl diese ursprünglich hauptsächlich in der Gegend von East Cork gefunden wurden, die Normannen wagten sich zunächst nicht viel weiter nach Westen. Weitere typisch normannische Nachnamen: Archdeacon,/Cody, Aylward, Barron, Barrett, Barrie, Barry, Bermingham, Blake, Bluitt, Bonds, Bourke, Brannagh, Brett, Britt, Britton, Brown, Browne, Burke, Brew, Bryan, Butler, Campion, Cantillon, Cantwell, Carew, Chambers, Claire, Clare, Codd, Cody ,Cogan, Colfer, Condon, Comerford, Cooney, Courcey, Crosbie, Crozier ,Cullen ,Cummiskey, Cusack, Dalton, Darcy, D’Arcy, Day, Dillon, Fagan, Field, Fitzgerald, Fitzgibbon, Fitzhenry, Fitzsimmons, Fitzsimons, Fitzstephens, Fleming, Flemming, Francis, French, Furlong, Gibbons, Grace, Griffin, Griffith, Hackett, Hays,Hussey ,Jordan, Joyce, Keating, Lacey ,Lawless, Liston, Logan, Lucey, Lynch, Lyons, Marshall, Martin, McQuillan, Molyneux, Morris, Morrissey, Nagle, Nangle, Nugent, Plunkett, Power, Powers, Prendergast, Punch, Prior, Purcell, Redmond, Rice,Roach, Roberts, Roche, Rochford, Russell, Savage, Sinnott ,Stapleton ,Stephens ,Talbot ,Tyrrell, Wade, Wall, Walsh, Welsh, White, Wolfe, Wyse. Britische Nachnamen in Irland Im 17. Jahrhundert fallen die Briten erneut in Irland ein, als die Truppen von Oliver Cromwell brutal die Kontrolle über das Land übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt werden die Namen förmlich anglisiert, da die Engländer versuchen, die irische Kultur auszurotten. Das hat auch Folgen für die Nachnamen; wir nehmen mal das Beispiel der normannischen, längst irisch gewordenen "Roches". Wenn englische Beamte Namen z. B. aus steuerlichen Gründen übernahmen, interpretierten sie den Namen so, wie er für sie klang. Aus diesem Grund gibt es oft leichte Variationen desselben ursprünglichen Namens wie Roche, Roach und Roch. Wie gesagt, Engländer sind schon immer nach Irland gekommen, ob als Eroberer, oder im Zuge der Plantations und manche einfach, weil es ihnen in Irland gefiel. Das hat zur Folge, dass in England gebräuchliche Namen wie Smith oder Collins auch in Irland häufig und üblich sind. Allerdings ist es nicht immer so eindeutig, wie es scheinen mag. Während viele Träger dieser Namen von englischen Siedlern oder Einwanderern abstammen, tragen andere einen Namen, der genauso klingt und geschrieben wird wie ein englischer Name, doch dennoch anderen Ursprungs ist. So kann eine Familie mit dem Namen Collins englische Vorfahren haben, genauso gut kann sie vom Clan der Cullane (O'Coileain) abstammen, deren Namen in Collins, Cullen und Cullinan anglisiert wurde. Während viele englische Namen, die in Irland gebräuchlich sind, erst vor relativ kurzer Zeit entstanden sind, gibt es einige schon viel länger. Sie sind häufig in Ortsnamen zu finden, wie z. B. die Bagenals von Bangenalstown in Co. Carlow oder die Edgeworths von Edgeworthstown in Longford , die zu einer Gruppe von elisabethanischen Siedlern gehörten, die im 16. Jahrhundert nach Irland kamen. Während Cromwells Herrschaft und nach seiner Invasion in Irland kam eine weitere Welle von Engländern, die Namen wie Woodcock , der im Südosten immer noch anzutreffen ist, und Upton , der in Co. Clare recht häufig vorkommt, mitbrachten. Andere Namen englischen Ursprungs, die in Irland relativ häufig vorkommen, sind Courtney, Hatton, Boyle , Carew, Denny und Browne . Dabei stellt sich die Frage: Katholisch oder protestantisch? Es ist leicht, vorschnell zu dem Schluss zu kommen, dass ein Name englischen Ursprungs ist, nur weil er in England häufig vorkommt. Es kann aber auch sein, dass in den Jahren, in denen die Verwendung gälischer Namen verboten war, ein irischer Name in einen nicht verwandten oder ähnlich klingenden englischen Namen „übersetzt“ wurde, oder dass der Name eines Vermieters oder Arbeitgebers als Alternative angenommen wurde. Der Name Harrington , der in jüngster Zeit durch den überragenden Golfspieler Padriag Harrington weltberühmt wurde, ist ein gutes Beispiel. Dieser in Irland recht häufig vorkommende Name klingt zwar englisch, aber seine Herkunft ist nicht immer klar, und es kann sich auch um die Übersetzung eines gälischen Namens oder sogar um einen adoptierten Namen handeln. Als Faustregel gilt: War der Träger des Namens protestantisch, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er aus England stammt. War der Träger jedoch katholisch, ist es wahrscheinlicher, dass es sich um eine anglisierte oder angenommene Alternative zu einem gälischen Namen handelt. Diese Regel kann auch auf andere Namen angewandt werden. Obwohl sich Namen im Laufe der Jahre häufig änderten, taten dies die religiösen Überzeugungen nur sehr selten. Anglisierung irischer Nachnamen Ab dem 16. Jahrhundert führt die englische Herrschaft in Irland zur weitverbreiteten Anglisierung irischer Nachnamen. Ein Prozess, bei dem viele traditionelle gälische Namen übersetzt oder an englische Rechtschreibungskonventionen angepasst werden. Beispiele für diesen Prozess sind der Nachname O'Neill , der oft einfach auf Neill verkürzt wird, und MacCarthy , der seine ursprüngliche gälische Schreibweise von Mac Cárthaigh verliert, um McCarthy zu werden. Diese Anglisierung beschleunigt sich im 19. Jahrhundert noch, da viele irische Emigranten ihre Namen anglisieren, um sich in Ländern wie den USA, Kanada und Australien besser zu assimilieren. Dennoch, einige gälische Nachnamen bestehen bis heute in ihrer ursprünglichen Form oder erlitten nur geringfügige Änderungen - Beispiele sind: O’Connor (Corhobhair), O'Sullivan (S'illeabháin) und O'Donoghue . Die Callaghan s waren eine mächtige Familie in der Provinz Munster. Personen mit dem irischen Nachnamen Callaghan (auch Callahan geschrieben) sind am häufigsten in Clare und Cork zu finden. Campbell -Familien sind in Donegal (die meisten stammen von schottischen Söldnern ab) und in Cavan weit verbreitet. Campbell ist ein beschreibender Nachname und bedeutet „krummer Mund“. Der Familienname O'Clery (anglisiert zu Clarke ) ist einer der ältesten Familiennamen in Irland und am häufigsten in Cavan anzutreffen. Französiche Nachnamen in Irland und die Rolle der Hugenotten Diese Namen sind nicht alltäglich, aber sie sind sicherlich interessant! Die Menschen, die sie mitbrachten, kamen zu einer Zeit nach Irland, als die Protestanten in Kontinentaleuropa religiös verfolgt wurden, vor allem durch die katholische Monarchie in Frankreich. Eine große Zahl von Protestanten flieht zu dieser Zeit aus Frankreich und Deutschland, die meisten nach England, wo es einen wohlwollenden protestantischen König gibt, einige aber auch nach Irland, wo sie von den englischen Machthabern Land erhalten! In der Merrion Row in Dublin, in der Nähe des Shelbourne Hotels am St. Stephan's Green, gibt es einen Hugenottenfriedhof; die Grabsteine weisen mehr als 200 Nachnamen auf, was auch zeigt, wie groß bzw. klein die Gemeinschaft einst war. In der St.-Patrick's-Kathedrale, wo eine kleine Kapelle für die hugenottische Gemeinde eingerichtet wurde, erinnert eine Glocke an die Ankunft der französischen Hugenottenflüchtlinge in Dublin. Im 17. und 18. Jahrhundert werden die französischen calvinistischen Protestanten von der katholischen Monarchie verfolgt und entfremdet, so dass bis zu 500 000 von ihnen aus dem Land fliehen. Eine kleine Anzahl von ihnen, die fast alle aus der Umgebung der französischen Stadt La Rochelle stammen, zieht es nach Irland. Sie lassen sich in kleinen Gemeinden in Portarlington, Youghal, Waterford, Cork, Lisburn, Dublin und vielleicht am bekanntesten, in Portarlington im Co. Laois nieder. Um 1700 leben mehr als 500 Franzosen in Portarlington auf Land, das König Wilhelm dem Marquis de Ruvigny gewährt hat. Mehrere Orte in Irland tragen die Spuren dieser hugenottischen Präsenz noch in Straßennamen, wie die D'Olier Street in Dublin, und in Gebäuden, wie der Französischen Kirche in Portarlington. Auf dem an die Kirche angrenzenden Friedhof finden sich viele Grabsteine mit französischen Namen und die hugenottischen Namen Blanc, Champ und Cobbe sind in der Gegend noch immer recht häufig anzutreffen. Viele von denen, die aus Frankreich flohen, kehrten zurück, als die Lage sicherer ist, andere blieben; sie sind die ursprünglichen Träger hugenottischer Namen, die man heute noch in Irland findet, wie Guerin, Millet, Trench und Deverell. Diese Namen sind meist noch in den Gebieten zu finden, in denen sich ihre Vorfahren vor Hunderten von Jahren niederließen. Der große Einfluss der Hugenotten auf Irland Obwohl die Hugenotten-Gemeinden nicht sehr zahlreich waren, spielten sie in der Geschichte Irlands eine wichtige Rolle, vor allem bei der Entwicklung der irischen Textilindustrie. Sie bringen das Wissen über die Leinenherstellung mit und etablieren zum ersten Mal die Produktion von Leinen, Seide und Popeline in Irland. Das weltberühmte irische Leinen verdankt seine Existenz diesen vor langer Zeit aus Frankreich eingewanderten Menschen. Andere beteiligen sich an der Einfuhr von Wein und Branntwein und nutzen ihre Kontakte in Frankreich, um Handelsbeziehungen zu knüpfen. Auch die Müllerei ist mit den hugenottischen Gemeinschaften verbunden. Sie sind sehr erfolgreiche Geschäftsleute, die aufgrund ihrer calvinistischen Arbeitsethik und ihres relativ hohen Bildungsniveaus gut gerüstet sind, um in einer Zeit, in der Dublin schnell wächst und zu einer wohlhabenden Stadt wird, erfolgreich zu sein. Der vielleicht berühmteste irische Hugenotte ist Joseph Sheridan Le Fanu, ein Autor gotischer Krimis, die im viktorianischen Zeitalter zu Bestsellern wurden. Pfälzische Familiennamen in Irland Anfang des 18. Jahrhunderts fallen die Franzosen in die Pfalz ein und vertreiben die lutherische Bevölkerung. In den frühen 1700er Jahren landen etwa 3000 von ihnen in Irland, im Wesentlichen als Flüchtlinge unter dem Schutz englischer Grundherren, und jedem von ihnen wird acht Morgen Land zu einer nominellen Pacht von fünf Schilling pro Morgen und Pachtverträgen von „drei Leben“ zugewiesen. Außerdem erhalten sie für die ersten sieben Jahre ihres Aufenthalts einen nicht unbeträchtlichen Zuschuss von 40 Schilling pro Jahr. Zu dieser Zeit zahlen irische Pächter 35 Shilling pro Morgen und haben kaum oder gar keine Besitzrechte, so dass die Neuankömmlinge, kaum verwunderlich, nicht gerade mit offenen Armen empfangen werden. Etliche Pfälzer verlassen Irland nach wenigen Jahren, da man ihnen das Leben schwer macht. Die meisten Pfälzer-Familien ließen sich im County Limerick nieder, vor allem in der Gegend um Rathkeale und Adare, eine kleinere Anzahl in Kerry, Clare und anderen Grafschaften. Geschätzt leben heute nur noch etwa 500 Menschen pfälzischer Herkunft in Irland, aber einige Namen aus dieser Zeit sind erhalten geblieben, darunter Fizelle, Fyffe , Ruttle, Glazier, Shouldice und Switzer . Benner ist ein Name, den manche Irlandbesucher kennen - Benner's ist ein alteingesessenes und beliebtes Hotel in Dingle. Im Gegensatz zu den Hugenotten waren die pfälzischen Siedler Landwirte, sie blieben meist auf dem Land, und die meisten ihrer Nachkommen, die heute in Irland leben, sind immer noch Bauern. Die Irish Palatine Association ist übrigens sehr aktiv in der Erforschung und Bewahrung der Geschichte der irischen Palatine-Familien. Weitere pfälzische Namen in Irland: Alton, Baker, Barkman, Bovenizer, Bowen, Cole, Cooke, Corneille, Cronsberry, Crow, Delmege, Doupe, Embury, Gleasure, Green, Hartrick, Heavenor, Heck, Hoffman, Hornick, Jacob, Laurence, Legear, Long, Lowe, Mick, Miller, Modler, Piper, Poff, Poole, Rhinehart, Smyth, Shire, Shouldice, Sparling, Steepe, St.John, Switzer, Teskey. Irische Nachnamen nehmen natürlich im Bereich der Genealogie einen wichtigen Platz ein, da sie ein reichhaltiges Geflecht historischer und kultureller Einflüsse darstellen, die die Identität der Insel geprägt haben. Einer der faszinierendsten Aspekte der irischen Nachnamen liegt in den beträchtlichen Auswirkungen der Invasionen der Wikinger, Normannen und Engländer auf die Namensgebungskonventionen der Insel und überhaupt zeigt sie die komplexe Vergangenheit Irlands. Quellen: https://www.aletterfromireland.com/irish-norman-surnames/ https://www.libraryireland.com/matheson/report/anglo-norman-names.php https://www.connollycove.com/traditional-irish-naming-customs/ https://www.thoughtco.com/common-surnames-of-ireland-1420790 https://www.irishhistory.com/genealogy/irish-surnames/the-influence-of-viking-and-norman-names-on-irish-surnames/ https://www.libraryireland.com/matheson/report/anglo-norman-names.php https://www.aletterfromireland.com/irish-norman-surnames/https://www.dochara.com/the-irish/surnames/norman-names-in-ireland-2/ https://www.dochara.com/the-irish/surnames/english-surnames-in-ireland/

  • Irland - schon mal "Straßen-Golf" gespielt?

    Gaelic Football, Hurling - in Irland sind ausgefallene Sportarten sehr populär. Heute möchten wir Euch eine weitere einzigartige Sportart vorstellen, das Road Bowling. Das ist, verkürzt gesagt, wie Golfspiel, nur ohne Rasen. Ein Sport, der jede Menge Spaß und Wettbewerb unter Freunden, Nachbarn und Familien bietet und ganz nebenbei kann man auf diese Weise spielerisch die irische Landschaft erkunden. Der perfekte Sport für alle, die nach etwas Kuriosem suchen und die Welt in ein riesiges Spielfeld verwandeln möchten! Die Ursprünge des Spiels in Irland reichen bis in die Zeit um 1600 zurück. Damals sollen die irischen Truppen britische Kanonenkugeln gestohlen und in ihre Lager zurückgerollt haben. Sehr zum Missfallen einiger überzeugter gälischer Nationalisten glauben einige Historiker jedoch, dass der Sport seinen Ursprung im Norden Englands und Schottlands hat, wo er bereits bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. Schottische Textilarbeiter sollen das Road Bowling in den Norden Irlands gebracht haben, von wo aus es sich in andere Teile der Insel verbreitete. War Road Bowling zunächst hauptsächlich in Cork und Armagh beliebt, hat sich dieser Sport längst auch in anderen irischen Grafschaften verbreitet. Heutzutage wird Irish Road Bowling weltweit gespielt - dank der irischen Diaspora hat er seinen Weg in verschiedene Teile des Vereinigten Königreichs und in einige Teile der USA gefunden, insbesondere West Virginia, New York und Boston. Die meisten historischen Hinweise auf diesen Sport stammen übrigens aus Gesetzestexten, die das Spiel verbieten. Die "Straßenkegler" hatten sozusagen seit den Anfängen des Sports die Gesetzeshüter auf ihren Fersen. Im frühen 19. Jahrhundert, als die englischen und schottischen Straßen im Zuge der Industrialisierung immer stärker befahren wurden, erklärte eine Stadt nach der anderen den Sport zum Ärgernis und verbot ihn. Da half es auch nicht, dass Road Bowling hauptsächlich von Arbeitern gespielt wurde. Die Behörden betrachteten die meisten Sportarten der Arbeiterklasse - einschließlich Fußball - als widerspenstige Zusammenkünfte, die das Eigentum und die öffentliche Ordnung bedrohten, vor allem, wenn sie mit Glücksspiel und Alkoholkonsum verbunden waren, was häufig der Fall war. All Ireland Final, Co. Cork 2015 In Amerika war man auch nicht freundlicher. Boston erließ bereits 1723 eine Verordnung, die das Bowling auf den Straßen der Stadt verbot. Maryland und etliche andere Staaten folgten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war das Bowling aus den meisten Städten und Straßen verschwunden und voilà - überlebt hat es nur noch in den Nebenstraßen Irlands, wo es sich immer noch einer fanatischen Anhängerschaft erfreut. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man auf für den Verkehr gesperrte Landstraßen trifft, mit johlenden Zuschauern. Beim Road Bowling geht es längst auch um Meistertitel und damit Ruhm, Ehre und ein kleines Preisgeld. Es gibt daher - wie es sich gehört - einen offiziellen Verband, der diesen Sport regelt und regelmäßige Wettkämpfe für Männer, Frauen und Jugendliche aller Altersgruppen organisiert. Inoffiziell wettet man häufig auf einzelne Kegler wie auf Preishähne. Wer Lust hat, bei so einem Road Bowling Wettbewerb zuzusehen oder gar selbst mitzumachen, hier findet man die Veranstaltungen und Wettkämpfe: https://www.irishroadbowling.ie/fixtures   auf Facebook: https://www.facebook.com/roadbowlsinireland/   Wie spielt man Irish Road Bowling? Road Bowling wird in der Regel von zwei Spielern gespielt, kann aber auch von größeren Gruppen von bis zu acht Personen gespielt werden, die in Teams von jeweils vier Spielern aufgeteilt werden. Jedes Team wirft abwechselnd seine Metallkugeln von einem Endpunkt zu einem anderen, der in der Regel durch Bäume oder Wahrzeichen wie Kirchen oder Friedhöfe markiert ist, und muss die gesamte Strecke zurücklegen, bevor der Gegner an die Reihe kommt. Die Spieler markieren oft ihre eigenen Startpunkte, je nach dem Gelände, auf dem sie spielen, und entscheiden dann, wie viele Schüsse jeder braucht, um das Endziel zu erreichen - das hängt davon ab, wie schwierig die jeweilige Strecke ist! Vor Beginn des Spiels müssen sich die Teilnehmer auf eine bestimmte Anzahl von „Leben“ einigen, die sie zur Verfügung haben; diese Leben geben an, wie oft sie ihren Ball während einer einzigen Runde werfen können, bevor sie wieder bei Null anfangen müssen (oder besser gesagt, bei einem Baum!). Wenn alle Leben aufgebraucht sind, ohne das Ziel zu erreichen, hat man verloren! Wenn nach Abschluss der Runden kein Team sein Ziel erreicht hat, gewinnt derjenige, der am nächsten dran war - wenn jedoch noch ein Stück Weg bis zum Ziel übrig ist, gewinnt derjenige, der am weitesten gekommen ist! Die „Kugel“ ist normalerweise eine Eisenkugel mit einem Umfang von 17,78 cm und einem Gewicht von 793,78 Gramm. Was den Iren das Road Bowling, ist den Holländern das Klootschieten und den Friesen das Bosseln In den Niederlanden kennt man etwas Ähnliches, dort werfen Spieler mit einem recht schwierigen Wurfstil eine Kugel (Kloot) so weit wie möglich. Klootschieten war zeitweise verboten, erlangte aber ein gewisses Maß an Seriosität, als die erste Liga 1902 gegründet wurde. In Deutschland wird die dem Klootschieten ähnliche Variante Bosseln genannt, während Klootschießen traditionell die stehende Variante bezeichnet. Es wird vor allem an der Küste und an den Grenzen Norddeutschlands gespielt, z. B. in Ostfriesland, Oldenburg, Butjadingen, Dithmarschen, Nordfriesland, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim. Es wird auch in einigen Teilen Nordamerikas von deutschen und niederländischen Einwanderern und deren Nachkommen gespielt. Irlandreisende, egal, ob ihr durch die Dörfer reist oder durch die Straßen schlendert, probiert Road Bowling einfach mal auf, denn wir alle wissen - hinter jeder Ecke kann bereits das große Abenteuer warten!

  • Irland in der Nebensaison - 5 Tipps jenseits ausgetretener Pfade

    Irland ist nicht nur im Sommer ein tolles Reiseziel, sondern gerade auch in der Nebensaison einfach schön. Wer auf günstigere Preise, nicht-überlaufene Attraktionen und entspanntes Reisen steht, tut gut daran, die Smaragdinsel im Frühling, Herbst oder sogar im Winter zu besuchen. Hier fünf Tipps für Ziele abseits der ausgetretenen Pfade. Nr. 1 - Die im Südosten Irlands gelegene mittelalterliche Stadt Kilkenny ist ein verstecktes Juwel und berühmt für ihre unverwechselbare Geschichte und Kultur. Wer der sogenannten mittelalterlichen Meile folgt, bekommt einen exzellenten Einblick in das Zentrum von Kilkenny, vom Kilkenny Castle bis zur St. Canine's Cathedral, denn zwischen diesen beiden historischen Wahrzeichen gibt es eine Vielzahl kopfsteingepflasterter Straßen, historischer Gebäude und Museen zu entdecken. Nr. 2 - Ardmore, im sonnigen Südosten Irlands gelegen , nahe Cork und Waterford, verzaubert Besucher immer wieder mit ihrer Vielfalt. Die Stadt gilt als erste und älteste christliche Siedlung Irlands und kann sowohl mit einem wunderschönen Strand, als auch mit dem fabelhaften Ardmore Klippenweg, einem Rundturm, einem Schiffswrack und einem lieblichen historischen Dorf aufwarten. Nr. 3 - Victor's Way ist ein wirklich einzigartiger Meditationsgarten in der Grafschaft Wicklow, der Besucher/-innen dazu einlädt, sich auf eine Reise der Meditation zu begeben. Ruhige Seen, Wald und eine Skulpturen-Sammlung, die ihresgleichen sucht erwarten den Besucher. Jede Skulptur ist einzigartig und stellt verschiedene Aspekte der menschlichen Emotionen, der Kämpfe und des menschlichen Daseins dar. Man spaziert auf den Wegen, genießt die Ruhe der Seen, die wunderbaren Skulpturen und das Rauschen der Blätter. Nr. 4 - Trim Castle  ist die größte, am besten erhaltene und beeindruckendste anglo-normannische Burg in Irland. Wer noch nicht wusste, dass Mel Gibson hier geköpft wurde, der weiß es nun ;-) Im Film Braveheart  erging es ihm in Trim Castle nicht gut, wobei das Gebäude noch eine Reihe weiterer schottischer und englischer Burgen nachahmen musste. Trim Castle ist ein sehr lohnenswerter Tagesausflug - von Dublin aus ist man in weniger als einer Stunde dort. Nr. 5 - Die farbenfrohe Stadt Cobh im Osten von Cork  ist der perfekte Ort für den nächsten Kurzurlaub in Irland. Das malerische Städtchen liegt in einem der weltgrößten Naturhäfen und blickt auf eine sehr bewegte Vergangenheit. Wir verraten Euch hier , was man in Cobh alles sehen und unternehmen kann, und das Beste daran, Cobh kann man ganz prima zu Fuß erkunden. Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual, gerade Irland bietet eine Fülle reizvoller Attraktionen, ob Kulturerbe-Stätten, Schlösser und Burgen, bis zu traumhaften Gartenanlagen. Hier die am häufigsten besuchten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten Irlands des letzten Jahres . Wer mit schmalem Budget unterwegs ist, findet hier auch eine Liste beliebter Sehenswürdigkeiten, die keinen Eintritt kosten .

  • Irland - Halloween 2024 - schaurig-schönes Púca Festival

    Wenn sich das keltische Jahr dem Ende zuneigt, erwachen die Städtchen Athboy und Trim in der Grafschaft Meath mit Musik, Comedy, Zirkus und Geschichtenerzählen zu einem riesigen Halloween-Festival, dem Púca Halloween Festival. In diesem Jahr findet das Puca Festival vom 31. Oktober bis zum 3. November statt. Es ehrt sowohl das keltische Neujahrsfest als auch die alte irische Tradition des Samhain-Festes, oder, wie es der Veranstalter beschreibt: Wenn die Nächte länger werden, wirft das Púca-Festival seinen magischen Glanz auf Irlands alten Osten. Verwurzelt in den mystischen Traditionen von Samhain und doch voller zeitgenössischer Energie, lädt dieses Festival in Trim und Athboy in ein Reich ein, in dem Folklore lebendig wird. Tanzt mit außerirdischen Kreaturen, genießt den Reichtum der irischen Musik und Geschichten und erlebt Halloween in seiner authentischsten Form. Wir stellen Euch einige der geplanten Veranstaltungen vor und das Beste ist, für vieles benötigt man noch nicht einmal Eintrittskarten. Hier alles, was man über das original irische Halloween wissen muss. Die Púca-Prozession Wo: Trim. Wann: Samstag, 2. November, 18:00 Uhr. Dies ist eine öffentliche Veranstaltung - keine Eintrittskarten erforderlich . Eindrücke vom letzten Jahr! Bereitet Euch darauf vor, verzaubert zu werden! Vier übernatürliche Nächte voller Musik, Comedy und Halloween-Spektakel sind in der historischen Stadt Trim zu erwarten - und das alles bei freiem Eintritt. Der Höhepunkt? Die hypnotisierende Púca-Prozession: The Gathering of the Spirits am Samstag, dem 2. November. Bei dieser kostenlosen, öffentlichen Prozession werden Freilichttheater, Straßenaufführungen und traditionelle Musik zu einer wilden Feier der Samhain-Überlieferungen, der Natur, der Vorfahren und der drohenden Dunkelheit verwoben. Wenn sich der Schleier zwischen den Welten lichtet, kann man sich darauf gefasst machen, dass in diesem Jahr gestaltwandelnde Geister und jenseitige Kreaturen auftauchen, um sich den Feierlichkeiten anzuschließen. Die Prozession wird durch traditionelle irische Live-Musik zum Leben erweckt, die von lokalen Musikern aus Meath, Sean-Nós-Sängern, alten Bläsern und einem Chor von Sängern dargeboten wird. Im Anschluss an die bezaubernde Prozession geht das Fest im Trim Castle weiter, wo das beliebte Pyro Collective die Nacht mit einem atemberaubenden Feuerwerk erhellen wird. Anzünden des Samhain-Feuers Wo: Fair Green Athboy Wann: Donnerstag, 31. Oktober, 17:15 Uhr Dies ist eine öffentliche Veranstaltung - keine Eintrittskarten erforderlich . Die Stadt Athboy ist tief in den alten Traditionen von Samhain verwurzelt. Historische Aufzeichnungen weisen auf Tlachtga, oder den Hügel von Ward, als einen bedeutenden Versammlungsort während dieser Zeit hin. Am Vorabend von Halloween, am Donnerstag, dem 31. Oktober, wenn die Sonne unter den Horizont sinkt, wird der Fair Green in Athboy mit dem feierlichen Entzünden des Samhain-Feuers zum Leben erweckt . Dieses kraftvolle Ritual dient dazu, die Ahnen zu ehren und die Kluft zwischen der physischen und der spirituellen Welt zu überbrücken. Die Flammen sollen symbolisch die Landschaften von Tlachtga, Tara, Loughcrew, Tailteann und Uisneach verbinden und Botschaften an diejenigen überbringen, die vor uns gegangen sind. Ab 17:15 Uhr wird das Feuer den Beginn einer Nacht voller Musik und Feierlichkeiten einläuten, mit Auftritten der bekannten irischen Band Kíla und der faszinierenden Feuerkunst des Pryo Collective. Ihre Darbietungen werden die pulsierende Energie des Abends noch verstärken und zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle werden. Eindrücke vom letzten Jahr - das offizielle Video Der Púca-Erntemarkt Wo: Trim, Porchfields Wann: Der Erntemarkt ist geöffnet von Donnerstag 31. Oktober 11 - 19 Uhr, Freitag, 1. November von 11 bis 19 Uhr, Samstag, den 2. November von 11 bis 20 Uhr, Sonntag, den 3. November von 11 bis 19 Uhr Hier eine kleine Auswahl, was es dort zu sehen, zu kaufen und zu erleben gibt. Der Púca Harvest Market lockt mit einer fesselnden Mischung aus Tradition, Handwerkskunst und altem irischen Erbe. Hier kann man die Kunst der Holzbildhauerei erkunden, die Geheimnisse der neolithischen Brotherstellung entdecken oder sich dem uralten Zeitvertreib der Brettspiele hingeben. Von der Archäologie bis hin zu kunstvollen Weidenskulpturen - der Harvest Market ist ein Portal zur reichen Geschichte und Kultur Irlands. Für Kids (5 - 12 Jahre) gibt es einen tollen Ausgrabungsworkshop "The big dig", bei der sie die Welt der Vergangenheit durch eine simulierte und kontrollierte archäologische Ausgrabung erkunden. Kinder können sich als Archäologen erleben, indem sie lernen, wie man die Überreste eines alten Hauses ausgräbt. Während sie nach Schätzen und Artefakten graben, lernen sie auch etwas über die Lebensweise der alten Kelten, angeleitet von einem Team aus professionellen Archäologen. Die engagierten und sachkundigen Mitarbeiter zeigen und erklären, wie die bei der Ausgrabung gefundenen Gegenstände im täglichen Leben verwendet wurden. Spinnen und weben Vom Schaf auf dem Feld bis zur Kleidung auf Ihrem Rücken - die Geschichte der täglichen Arbeit mit Wolle. Hier kann man alles über's Spinnen, Färben und kunstvolle Weben lernen, was die irischen Kelten zu einem gut gekleideten Volk machte. Essen zum Samhain-Fest Was haben die irischen Kelten zum Samhain-Fest gegessen? Die Ausstellung zeigt ein typisch-irisches Samhain-Festmahl mit saisonalen Lebensmitteln wie Früchten, Nüssen, Getreide und dem Fleisch des allseits beliebten Hausschweins. Hier erfährt man auch mehr über den alten Brauch, einen Teller Colcannon als Nahrung für die Unterweltler auszulegen, die in der Nacht zu Allerheiligen auf der Erde umherzogen, oder warum man einen Apfel schält, um den zukünftigen Partner zu finden! Kochvorführung Unsere Hausfrau sorgt dafür, dass das Feuer brennt und die Kälte aus dem ganzen Dorf ferngehalten wird, indem sie eine herzhafte Mahlzeit aus authentischen Zutaten zubereitet und auf traditionelle Weise über dem offenen Feuer kocht. Déise - das Mittelalterliche Dorf Brettspiele Es gibt kein Netflix oder XBox...was tun? Spielt Bran Dubh, ein altes und beliebtes Brettspiel, das dem Damespiel ähnelt, oder versucht euch an der ursprünglichen Version des Kegelspiels Kubb. Gesundheit und Hygiene Nichts für schwache Nerven! Die alten Iren lebten ein hartes und risikoreiches Leben. Wenn sie einem Schwert oder einem Pflug nicht ausweichen konnten, mussten sie den örtlichen Heiler aufsuchen.... Manchmal ist es vielleicht besser, der Natur ihren Lauf zu lassen. Wandernde weise Frau Die weise Frau erklärt, wie die Menschen im Dorf früher mit Kräutern und selbstgemachten Heilmitteln gepflegt wurden, wenn sie krank waren. Pfeilherstellung und Befiederung Pfeil und Bogen haben eine lange Geschichte und werden für die Jagd und die Kriegsführung verwendet. Hier lernt man, dass verschiedene Pfeilspitzen unterschiedliche Verwendungszwecke haben; bis heute gilt der Langbogen als furchterregende Waffe. Brotbacken wie früher Es gibt auch einen Workshop zur Herstellung von altem (neolithischem) irischen Brot. Wie hat man früher Brot gebacken, bevor man begann, es einfach im Laden zu kaufen? Getreide dreschen, mahlen, Teig kneten und in einem erhöhten Ofen backen, alles das kann man hier ausprobieren. Púca Festival Fidchell Champion von 2024 Schach-, Dame- und Spielbegeisterte kommen während der vier Tage des Trim Harvest Market auf ihre Kosten. Hier kann man das alte keltische Spiel Fidchell lernen. Ein uraltes irische Brettspiel, das von den irischen Königen selbst gespielt wurde und wer weiß, vielleicht habt ihr ja das Zeug dazu, Púca Festival Fidchell Champion 2024 zu werden? Workshop „An Gobha-Anhänger Hier kann man lernen, wie handwerkliche Stücke aus der Schmiede von Tom King, „An Gobha“, hergestellt werden. Es gibt auch einige in seiner Schmiede im Herzen des Boyne Valley hergestellten Stücke zu kaufen. Alle Kreationen werden von Hand aus schwarzem Stahl hergestellt. Irische Holzschnitzerei mit Joey Burns Joey Burns schnitzt und modelliert seit 1988 Holz. Seine Arbeiten sind stark von der irischen Landschaft inspiriert und haben einen Bezug zu Geschichte und Mythologie. Hier kann man mehr über die Holzbildhauerei erfahren und zuschauen, wie Joey eine wunderschöne, speziell für das Púca-Festival entworfene Skulptur herstellt. Weidenworkshop mit Lynn Kirkham The Green Mantle Experience ist ein praktischer Workshop unter der Leitung der Weidenkünstlerin Lynn Kirkham. Hier lernt man die Kunst der Weidenbildhauerei. Hier das volle Programm des Puca Festivals Das Púca Festival 2024 verspricht wieder eine anregende Reise durch Mythen, Musik, Essen und Folklore. Der schelmische Púca-Geist wird mit Comedy-Nummern und musikalischen Darbietungen von Stars wie Leftfield (DJ-Set), Jenny Greene, Gavin James, Kingfishr, Bell X1, The High Kings, Dermot Whelan und vielen anderen lebendig. Tickets und Bustickets gibt's im Vorverkauf! In Zusammenarbeit mit irischen Künstlern, Seanchaí-Geschichtenerzählern und der örtlichen Gemeinde bietet Púca vier Tage und Nächte lang das Beste an zeitgenössischer irischer Musik, Spektakel und Performance. Von Dublin aus, kann man einen der Festivalbusse buchen, die einen zum Festivalgelände nach Trim und Athboy bringen (und zurück).

  • Irland - die beeindruckende Muckross Abbey - im Herzen des Killarney Nationalparks

    Muckross Abbey in Killarney ist ein Franziskanerkloster, das um 1445 gegründet wurde und bis heute eine unglaublich beeindruckende Ruine ist. Zwar ist die Abtei inzwischen weitgehend dachlos, aber ansonsten noch sehr gut erhalten. Ihr auffälligstes Merkmal: der zentrale Innenhof, in dem eine mächtige Eibe steht und der von einem gewölbten Kreuzgang umgeben ist. Muckross Abbey ist nicht nur ein altes irisches Kloster, sein Friedhof wird immer noch genutzt. Hier nun alle Informationen zur Geschichte, zum Parken und mehr! Muckross' wechselhafte Geschichte Anstelle der Abtei soll das erste Kloster dort vom Heiligen Fionan im 6. Jahrhundert errichtet worden sein. Die Geschichte der Abtei ist förmlich in Blut getränkt. Die Mönche wurden sehr oft von marodierenden Banden überfallen, dennoch ließen sie sich nicht entmutigen und besetzten die Abtei 1612 erneut. Die Abtei war zu diesem Zeitpunkt in einem jämmerlichen Zustand. Erst 1617 wurde sie vollständig restauriert. Kurz darauf, im Jahr 1652, kamen die Cromwellschen Truppen. Sie vertrieben die Mönche aus der Muckross Abbey und verfolgten sie. Im Jahr 1929 fand in den Ruinen des Muckross-Klosters das erste Hochamt seit den Penal Laws statt, an dem über 2800 Franziskaner teilnahmen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Abtei zur Begräbnisstätte berühmter Dichter der Grafschaft Kerry, O'Donoghue , Ó Rathaille und Ó Súilleabháin , während Piaras Feiritéar auf dem Friedhof außerhalb der Abtei begraben ist.   Pierce Ferriter, war ein irischer Clanchef und Dichter. Obwohl er vor allem für seine zahlreichen Werke bardischer Poesie in irischer Sprache bekannt ist, ist Feiritéar auch ein weithin verehrter Volksheld auf der Dingle-Halbinsel wegen seiner Rolle als Anführer der entstehenden irischen Konföderation, die 1653 zu seiner Hinrichtung in Killarney führte, weil er sich der Eroberung widersetzt hatte. Wo findet man Muckross Abbey, Parkplätze, Öffnungszeiten? Muckross Abbey liegt im Killarney National Park, etwa 4 km von Killarney Town entfernt (12 Minuten mit dem Auto, 1 Stunde zu Fuß und 15 Minuten mit dem Fahrrad). Auf der Karte, dort wo eAutos geladen werden können, hat man entsprechende Parkmöglichkeiten am Muckross Hous e. Von dort sind es fünf Minuten zu Fuß bis zur Abbey. Der Zugang zur Muckross Abbey ist kostenlos und ganzjährig geöffnet. Empfehlenswert ist der 2,5 km lange Muckross Abbey Rundweg. Weitere Wandermöglichkeiten im Killarney Nationalpark hier.

  • Im Norden Irlands kann man riesige Trolle finden

    Wir kennen riesige Trolle aus Herr der Ringe , aus der skandinavischen Sagen- und Märchenwelt und mancher hat sie auch schon im Internet erlebt, wenn Trolle dort ein Forum, einen Blog oder eine Online-Community zu sprengen versuchen. Die gigantischen Trolle jedoch, die man in Nordirland finden kann sind etwas ganz Besonderes. Wir zeigen Euch, wo man die drei Giganten im Norden Irlands finden kann und was es mit Nowanois , dem Geschichten-Erzähler - Darach  sowie dem Riesen Ceoldán, dem Sternengucker  auf sich hat. Wir wünschen viel Spaß bei der Troll-Jagd! Nowanois - eine herzliche Hommage an die Tradition des Geschichtenerzählens und an das reiche irische Erbe Die beiden Giganten hier heißen Nowanois , vom englischen Wort "now" und dem irischen "anois" abgeleitet; beide stehen für den gegenwärtigen Moment. Der eine Riese steht für die Vergangenheit, der andere für die Zukunft, und beide zusammen verkörpern das ewige „Jetzt“. Der ältere Nowanois zeigt zum Himmel und erzählt seinem jüngeren Ich Geschichten über die Sterne und die Vorfahren, beschwört Bilder von alten Heiligenfiguren, adligen Familien, heroischen Schlachten, lange verschollenen Kriegern, treuen Hunden und trauernden Banshees. Er spiegelt die uralte (keltische) Tradition der mündlichen Weitergabe von Folklore, Liedern und Erbe über Generationen hinweg wider. Darach empfängt Besucher mit offenen Armen Kommen wir zur Riesin Darach. Sie empfängt Besucher mit offenen Armen und lädt sie ein, das Land zu betrachten, es zu pflegen und nachzudenken. Umgeben von einem Ring aus Steinen, die sie selbst zum Gipfel getragen hat, huldigt Darach der überlieferten Tradition, dass Generationen von Menschen Steine den Berg hochtragen, um auf dem Gipfel einen Steinhaufen zu errichten. Dieser Brauch, der alljährlich am Cairn Sunday (dem letzten Sonntag im Juli) gefeiert wird, geht wahrscheinlich auf mehr als ein Jahrtausend zurück und hat seine Wurzeln in heidnischen Ritualen. Einige Steine hat Darach strategisch so angeordnet, dass sie auf wichtige Orientierungspunkte in der Landschaft hinweisen und deren Bedeutung würdigen. Andere bieten dem müden Wanderer einen Platz zum Ausruhen nach der zugegeben mitunter recht steilen Wanderung zum Gipfel des Mullaghcarn Mountain. Diese Steine spielen auch auf die reiche archäologische Geschichte der Sperrins an, denn in der Region wurden über 90 Steinkreise entdeckt. Ceoldán, der Sternengucker und die Konstellation der Sieben Schwestern Ceoldán - der Sternengucker , von irisch „ceol“ für Musik und „dán“ für Gedicht, kniet in seinem himmlischen Heiligtum auf einem verzierten Podium, das eine Galaxie symbolisiert. Um ihn herum stehen Stangen, die auf die elliptischen Längengrade der 13 Tierkreiszeichen verweisen. Ceoldán blickt durch eine Scheibe, die an alte Steinkreise erinnert, in den Nachthimmel und versucht, den Glanz des Chors der „Sieben Schwestern“ einzufangen, einer Sternenformation, die auch die sieben Wächter Irlands darstellt: Eiche, Apfel, Hasel, Esche, Eibe, Erle und Holunder. Die Konstellation der Sieben Schwestern erhebt sich zu Beginn des Winters an prominenter Stelle über dem südöstlichen Horizont und verweilt bis Ende März, was mit dem Samhain-Fest zusammenfällt. Dies entspricht der Art und Weise, wie die frühen irischen Zivilisationen ihr Jahr auf der Grundlage himmlischer Ereignisse einteilten. Der Sternengucker-Riese ist in einem als Dark Sky akkreditierten Park und einem Gebiet von besonderer archäologischer Bedeutung zu finden. Die Abwesenheit von Lichtverschmutzung bietet einen unvergleichlichen Blick auf Sterne, Mond und Planeten. Im Bereich der Archäologie befinden sich im Umkreis von 3 km insgesamt 27 historische/vorgeschichtliche Stätten und Denkmäler, darunter Steinkreise, Megalithgräber, stehende Steine und Steinhaufen. Im weiteren Umkreis von Sperrins gibt es über 90 Steinkreise, wobei die berühmten Beaghmore Stone Circles and Cairns nur 2,3 km südwestlich liegen. Davagh ist der 78. Dark-Sky-Park weltweit mit offizieller Dark-Sky-Akkreditierung. Wo kann man die Riesen finden? Zu finden sind die beiden Riesen Nowanois im ehemaligen Sperrin Heritage Centre, 274 Glenelly Road, Omagh, Co. Tyrone BT79 8LS, etwa 1,5 Meilen vom Dorf Cranagh entfernt an der Straße B47. Vor Ort gibt es Parkplätze, und die Skulpturen sind über einen Schotterweg zu erreichen. Toiletten im nahe gelegenen Dorf Cranagh. Darach steht auf dem Gipfel des Mullaghcarn Mountain und ist über den Mullaghcarn Walking Trail vom Gortin Glen Forest Park aus zu Fuß erreichbar. Der Wanderweg schlängelt sich durch den Waldpark und ist insgesamt 7,6 km lang - Schotterwege und Asphalt. Im Gortin Glen Forest Park in der Glen Park Road, Gortin, County Tyrone, gibt's Parkplätze, Toiletten und einen Spielplatz. Weitere Informationen und Öffnungszeiten hier . Ceoldán  befindet sich im OM Dark Sky Park and Observatory, eingebettet im Davagh Forest, 155 Davagh Road, Omagh BT79 8JQ. Dort gibt es Parkplätze, Toiletten und einen schönen Spielplatz. Weitere Informationen, einschließlich der Öffnungszeiten etc. hier. Wer hat die Trolle geschaffen? Thomas Dambo gilt als der weltweit führende Recycling-Künstler, dem von klein auf der Wert von Recycling, Nachhaltigkeit und unbegrenzter Fantasie vermittelt wurde. Bevor er sich auf den Weg machte, überlebensgroße Skulpturen zu bauen, führte Thomas Dambo ein vielseitiges Leben, in dem er seine Kreativität über Musik, Street Art und Bühnenbild zum Ausdruck brachte. Seine Trolle findet man inzwischen nicht nur im Norden Irlands, sondern auch in den USA, Puerto Rico, Frankreich, China, Chile, Südkorea, Skandinavien und Deutschland und vielen anderen Ländern. Hier auf der Trollmap kann man sich einen Überblick verschaffen: https://trollmap.com/ Inzwischen sollen es bereits 100 Skulpturen weltweit sein. Thomas' Vision ist es, Kunst zu schaffen, die Menschen dazu inspiriert, auf Entdeckungsreise zu gehen, Abenteuer in der Natur zu erleben und zu zeigen, dass man aus Müll etwas Schönes machen kann. Hier geht's zur Facebookseite von Thomas Dambo: https://www.facebook.com/thomasdambos

  • Irland, malerisches Tipperary, einfache Wanderung zum Devil's bit

    Tipperary hat definitiv mehr zu bieten als den Rock of Cashel oder Cahir Castle. Wie wäre es mit einer leichten Wanderung auf den 480 Meter hohen Devil's Bit, einem symbolträchtigen Berg, der auf Irisch als Bearnán Eile bekannt ist, was so viel wie „die Lücke von Ely“ bedeutet und unglaublich schöne Ausblicke auf die Grafschaft Tipperary und acht weitere bietet. Generationen von Reisenden auf der Dublin-Cork-Bahnlinie haben fasziniert auf den unübersehbaren Einschnitt in seinem flachen Gipfel gestarrt, der oberhalb von Templemore deutlich sichtbar ist. Der Teufel biss einst in den Berg ... Markante irische Gipfel ziehen seit Jahrhunderten eine Mischung aus Aberglauben und Verehrung an, und der Devil's Bit in Tipperary ist da keine Ausnahme. Die Lücke im Berg, zwischen einem Felsvorsprung (bekannt als Rock) und einem anderen kleinen Plateau, soll entstanden sein, weil der Teufel sich an dieser Stelle einen Zahn ausbiss. Er spuckte ihn sodann aus, so entstand der Rock of Cashel (im Bild). Historische Quellen weisen darauf hin, dass der Name „Devil's Bit“ wohl Mitte des 17. Jahrhunderts entstand, was darauf hindeutet, dass die Legende höchstwahrscheinlich auf englische Siedler zurückgeht. Viele weitere Legenden und Geschichten ranken sich um den Berg. Noch immer wird hier übrigens jedes Jahr am Rocksonntag Ende Juli eine Messe gefeiert, eine Tradition, die möglicherweise auf das alte vorchristliche Fest Lughnasa zurückgeht. Die Einheimischen erobern an diesem Tag den Gipfel. Am 25. Juli 1832 wird der Berg Schauplatz einer Massenversammlung gegen den Zehnten. Die Versammlung ist Teil einer breiter angelegten Widerstandskampagne gegen die Zahlung des Zehnten (ein Zehntel des Wertes der landwirtschaftlichen Erzeugnisse) an die anglikanische Kirche durch die mehrheitlich katholische Bevölkerung. Nach damaligen Presseberichten nahmen über 50 000 Menschen teil, von denen viele sogar aus der Grafschaft Galway kamen, obwohl die Teilnehmerzahl noch größer gewesen wäre, wenn es nicht Unklarheiten darüber gegeben hätte, ob die Versammlung abgesagt wird oder nicht. Obwohl der Volksmund behauptet, Daniel O' Connell habe an der Versammlung teilgenommen, ist es fast sicher, dass er nicht anwesend war, da er zu dieser Zeit an Parlamentsdebatten in Westminster teilnahm. Ein halbfiktionaler Bericht über die Versammlung stammt von Samuel Lover in Legends and Stories of Ireland (1834), in dem er sich auf eine vorgetäuschte „Beerdigung“ des Zehnten durch die örtliche Landbevölkerung bezieht. Familie Carden und der Psychopath Im 19. Jahrhundert baute die Familie Carden an den Südhängen des Berges ein prächtiges Herrenhaus, Barnane House. Das berüchtigtste Mitglied dieser Familie war John Rutter Carden (1811-1866), der wegen zahlreicher fehlgeschlagener Versuche, ihn zu erschießen, auch als Waldschnepfe bekannt war. Über ihn heißt es , er sei einer der geistesgestörtesten, psychopathischsten Männer, die je eine Frau verfolgt haben. Seine physische Gewalt zur Verwirklichung seiner ruchlosen Pläne (die Gott sei Dank vereitelt wurden), macht ihn kriminell. Er zerstört die Lebensqualität seines Opfers, ein Schurke der schlimmsten Sorte und Schande über diejenigen, die einen Helden aus ihm gemacht haben. Nach einem gescheiterten Versuch, die junge Eleanor Arbuthnot zu entführen, wurde er 1854 inhaftiert. Hier ist die ganze unglaubliche Geschichte! Die Cardens waren eine anglo-irische Adelsfamilie, die im siebzehnten Jahrhundert nach Irland kam. Sie erwarben Ländereien in Templemore und Barnane und wurden in den folgenden Jahrhunderten zu den wichtigsten Grundbesitzern in diesem Gebiet. John Rutter Carden ließ den Folly und ein ein prächtiges Familienhaus am unteren Hang des Berges errichten. Das Haus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen; die Ruinen des ummauerten Gartens sind noch zu sehen. Devil's Bit bietet einen weiten Blick auf die umliegende Landschaft. Vom Gipfel aus kann man acht Grafschaften überblicken - Tipperary selbst, Clare, Galway, Kilkenny, Laois, Limerick, Offaly und Waterford. In der Umgebung wurde 1692 die Comerford Crown  entdeckt, ein Goldhut, der heute verschollen ist. In den Jahren 1953-1954 wurde auf dem Felsen ein Kreuz errichtet, um das von der römisch-katholischen Kirche ausgerufene „Marianische Jahr“ zu feiern. Ein Komitee wurde gebildet, die Planung begann Anfang 1953, und im September desselben Jahres begannen die Bauarbeiten. Das Kreuz wurde am Sonntag, dem 22. August 1954, vom Erzbischof von Cashel offiziell gesegnet. Alle Werkzeuge und Materialien für dieses Bauprojekt wurden von Hand zum Felsen getragen. Das Kreuz ist nachts beleuchtet. Die Heilige Messe wird am Fuß des Felsens jedes Jahr am Felssonntag gefeiert, der dem Jakobusfest (25. Juli) am nächsten liegt. Eine Statue der Jungfrau Maria wurde 1988 auf der Ostseite des Felsens aufgestellt. Der Rundwanderweg Devil's Bit führt die Wanderer zum Felsen und um die Westhänge des Berges herum. Vom Parkplatz aus geht man 20 Minuten lang gemächlich weiter - an den Weggabelungen immer links halten, bis man eine T-Kreuzung erreicht, dort nach rechts und dem Weg auf der Südseite des Berges folgen. Folgt man dem Weg, kommt man zu einem Altar und Schrein. Jedes Jahr an einem Sonntag Ende Juli, dem so genannten Rocksonntag, findet hier eine Wallfahrt zur Feier der Messe statt. Damit wird eine jahrhundertealte Tradition fortgesetzt, die auch auf vielen anderen irischen Bergen stattfindet. Nach einem kurzen, etwas felsigen Aufstieg vorbei an einer Statue der Heiligen Jungfrau erreicht man den eigentlichen Gipfel. Die Belohnung erfolgt in Form erstaunlicher Ausblicke - von hier oben hat man die Aussicht auf den Lough Derg und die Slieve Bloom Mountains, im Süden blickt man über die Ebenen von Tipperary, die von den Galtee, Comeragh und Knockmealdown Mountains begrenzt werden. Der Abstieg vom Gipfel erfolgt über einen Pfad auf der gegenüberliegenden Seite. Ausgangspunkt: Von der Straße Templemore-Borrisoleigh folgt man der Beschilderung nach Barnane. An der nächsten Kreuzung sieht man ein Schild „Devil's Bit View“. Es gibt dort Parkmöglichkeiten.

  • Irlands Cobh - Bonbonfarbene Häuser, Schiffskatastrophen, Tränen und Abschied

    Die farbenfrohe Stadt Cobh im Osten von Cork ist der perfekte Ort für den nächsten Kurzurlaub in Irland. Das malerische Städtchen liegt in einem der weltgrößten Naturhäfen und blickt auf eine sehr bewegte Vergangenheit. Wir verraten Euch, was man in Cobh alles sehen und unternehmen kann, und das Beste daran, Cobh kann man ganz prima zu Fuß erkunden. Leider ist Cobh auch mit zwei der größten Schiffskatastrophen verbunden und auch sonst flossen in diesem Städtchen viele Tränen. Warum? Das erfahrt ihr hier. 2019 wählte Condé Nast Traveler  Cobh übrigens zu einer der 25 schönsten Kleinstädte in Europa mit der Begründung, Cobh definiere mit seinen bonbonfarbenen Häuserreihen den Begriff "bezaubernd" ganz neu. Was hat Cobh zu bieten? 1 Ein sehr beliebtes Postkartenmotiv Als Erstes sorgt Cobh (gesprochen wie das englische Wort "cove"), für ein sehr beliebtes Postkartenmotiv. Die "Deck of Cards" sind eine Reihe schöner Häuser, die wie gestapelt nebeneinander auf einem Hügel zu sehen sind, mit der St. Coloman's Kathedrale im Hintergrund. Es gibt auf der Hügelspitze mehrere Möglichkeiten, das beliebte Panorama einzufangen. Empfehlenswert sind entweder der Cannon O'Leary Place oder Spy Hill. 2 Wandern auf dem Titanic Trail Als die Titanic von Liverpool aus in See stach, legte sie auch in Cobh an. Heute kann man den Weg der Passagiere zum Kreuzfahrtschiff im Jahr 1912 per geführter Tour nachempfinden, indem man dem Titanic Walking Trail durch das Zentrum von Cobh folgt. Der Weg bietet einen großartigen Blick auf den Naturhafen, auf das "Alcatraz Irlands", Spike Island, sowie ein endloses Panorama der Keltischen See. Die Touren starten täglich jeweils um 11 h und um 14 h, dauern 60 bis 70 Minuten und sind familienfreundlich, hunde- freundlich und rollstuhl-geeignet. Parken: Ganztägig kostenlose Parkplätze gibt es an der St. Colman's Cathedral und am Five Foot Way Car Park. Zugverbindung von Cork aus - stündlich. 3 St. Colman's Kathedrale besichtigen 1868 wurde mit dem Bau der Kathedrale begonnen, doch man ließ sich Zeit. Erst 1911 wird sie offiziell eingeweiht. Heutzutage ist sie eine der berühmtesten neugotischen Kathedralen Irlands und nennt stolz eines der größten Glockenspiele Europas ihr eigen - 49 Glocken, um genau zu sein. Es ist das einzige Glockenspiel Irlands. Die größte Glocke, mit stattlichen 3,6 Tonnen Gewicht, ist zugleich die größte Glocke in ganz Irland. Das Bistum Cloyne führt seine Gründung im 6. Jahrhundert auf den Glaubenslehrer und Mönch Colman (von Cloyne) zurück. Über dessen Kloster und Grab entstand im 13. Jahrhundert die gotische Kathedrale von Cloyne, die im 16. Jahrhundert, wie alle Kathedralen Irlands, der anglikanischen Staatskirche des englischen Königshauses zufiel. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts überlebte die katholische Kirche Irlands nur als Untergrundkirche . Seit 1769 residierte der katholische Bischof von Cloyne  in Cobh in ener bescheidenen Pfarrkirche. Mitte des 19. Jahrhunderts, damals war Cobh Auswandererhafen und relativ reich, entstand der Plan für die repräsentative neue Kathedrale, die auch die Unbesiegtheit des irischen Katholizismus symbolisieren sollte. 4 Besuch der Titanic Experience Ausstellung Die legendäre Geschichte der Titanic ist auf der ganzen Welt bekannt. Das verunglückte Schiff legte in Cobh, dem damaligen Queenstown, seinen letzten Halt ein. Das Titanic Experience Cobh Museum befindet sich im Original-Ticketbüro der White Star Line im Stadtzentrum, wo die letzten Passagiere das Schiff betraten. Das Schiff erreichte Roches Point, den äußeren Ankerplatz des Hafens, am 11. April 1912 um 11.30 Uhr. Die letzten 123 Passagiere bestiegen am Pier der White Star Line in Queenstown die Fähren, die sie zum Schiff brachten. Drei reisten in der ersten Klasse, sieben in der zweiten Klasse und die übrigen in der dritten Klasse. Um 13.30 Uhr ertönte ein Pfeifton, der das Auslaufen des Schiffes ankündigte. Insgesamt waren 1308 Passagiere und 898 Besatzungsmitglieder an Bord, als das Schiff von Queenstown aus die lange Reise nach New York antrat. Tragischerweise erreichten 1517 der 2206 Menschen an Bord New York nie. Das Besuchererlebnis ist in zwei Teile gegliedert: Teil 1 ist eine audiovisuelle Tour, die die Schritte der 123 Passagiere nachvollzieht, die in Cobh an Bord gingen. Das Museum ist definitiv nicht nur etwas für Regentage. Für ein umfassenderes Erlebnis sind die Führungen durch das Titanic-Museum in Cobh zu empfehlen. Bei der Führung wird die Geschichte des Schiffs und der 123 Passagiere, die in Cobh an Bord gingen, näher beleuchtet. Die Führungen finden im Sommer alle 15 Minuten und in der übrigen Zeit des Jahres alle 30 Minuten statt. Man erhält zunächst eine Bordkarte mit den Daten eines der echten Passagiere des Schiffes, so dass man mehr über die Personen erfährt, die in Cobh an Bord gingen. Während der Tour sieht man auch den ursprünglichen Pier, den die Passagiere verließen, um an Bord der Fähren zu gehen und es wird über das Leben an Bord der Titanic gesprochen. In Teil 2 erfährt man anhand von computergenerierten Grafiken, die den Zusammenstoß und den Untergang der Titanic nachstellen, wie das furchtbare Unglück ablief. Nach der 30-minütigen Führung hat man Zeit, den Ausstellungsbereich der Cobh Titanic Experience auf eigene Faust zu erkunden. Hier ein Video , um eine bessere Vorstellung vom Museum zu bekommen. 5 Cobh Heritage Centre Das Cobh Heritage Centre ist ebenfalls etwas, das man sich nicht nur für Regentage aufheben sollte. Hier kann man die „Queenstown Story“ entdecken und einen Einblick in die Geschichte der irischen Auswanderung, die bis ins Jahr 1600 zurückreicht, gewinnen. Die Ausstellung befindet sich in einem restaurierten viktorianischen Bahnhof. Von Cobh aus wurden Häftlinge nach Australien "transportiert", wie es die Briten nannten, auch die häufig nicht bekannte Geschichte der irischen "Sklaven" auf den Westindischen Inseln wird hier erzählt. Mehr zum Thema Irland und Sklaverei: https://www.9lebenverlag.com/post/schon-gewusst-die-vergessene-geschichte-irland-und-die-sklaverei Man wandelt auf den Spuren von 2,5 Millionen Erwachsenen und Kindern, die über Cobh mit "Sargschiffen", frühen Dampfschiffen und schließlich mit den großen Ozeandampfern aus Irland auswanderten. Eindrücklich sind die Bedingungen an Bord der frühen Auswandererschiffe bzw. der "Sargschiffe" dargestellt und man erlebt auch, wie das Leben an Bord eines Sträflingsschiffs, das Cobh 1801 in Richtung Australien verließ, aussah. 6 Ein Besuch von Irlands Acatraz - Spike Island Es ist nur eine kurze Fahrt mit der Fähre von Cobh hinüber zur oft übersehenen Spike Insel. Ursprünglich war das Gefängnis von Spike Island der Standort einer Klostersiedlung aus dem 6. Jahrhundert, aber seit über 200 Jahren wird es von der Sternförmingen Festung „Fort Mitchel“ beherrscht. Mönche und Klöster, Aufrührer und Rotröcke, Kapitäne und Sträflinge, Sünder und Heilige prägten die abwechslungsreiche Geschichte der Insel. Um 1850 herum wird Spike Island zum größten Gefängnis der Welt, "Irlands Alcatraz". Nicht zufällig fällt das in die Zeit der großen irischen Hungersnot. Die Behandlung der Häftlinge galt als grausam. Der sogenannte Strafblock, der einzige speziell gebaute Zellenblock im Fort, errichtet als Reaktion auf den Mord an Wärter William Reddy im Jahr 1856, bestand aus 28 Einzelhaftzellen. Sie beherbergten die gefährlichsten Gefangenen. Jeder von ihnen wurde schwer angekettet und von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet, wobei ein Schleier die Augen verdeckte. In den ersten Jahren des Blocks enthielten die Zellen nur einen Stuhl - die Gefangenen mussten auf dem Boden schlafen. Auf Spike Island gab es viele Selbstmordversuche und der Strafblock war der Hauptgrund dafür, dass Spike Island als „Hölle auf Erden“ galt. Die Insel ist mit Massengräbern übersät. Kein Wunder, unter den miserablen Bedingungen und der Überbelegung während der schlimmsten Jahre der irischen Hungersnot. Hier (englischsprachig) mehr Infos über Spike Islands Geschichte. Wie kommt man nach Spike Island? Um nach Spike Island in Cork zu gelangen, nimmt man eine Fähre vom Kennedy Pier. Die Fähre braucht etwa 15 Minuten für die Hin- und Rückfahrt und fährt mehrmals am Tag. Im Ticketpreis für eine der Spike Island-Touren ist die Überfahrt mit der Fähre inbegriffen. Das Ticket für die Rückfahrt gilt für 3,5 Stunden später; d. h. man sollte mindestens 4,5 Stunden für den Besuch einplanen. Nach der Ankunft auf der Insel führen Guides durch das Fort - dies dauert in der Regel 40 Minuten. Von dort aus kann man die Gebäude und Insel auf eigene Faust erkunden. Vor Ort gibt es ein Café, einen Geschenkeladen sowie Toiletten. Achtung! Es gibt zwei Arten von Touren: die Tagestouren und die Touren nach Einbruch der Dunkelheit. Tagestour: Zu erwarten sind authentische Gefängnisgebäude, faszinierende Museen und Ausstellungen sowie malerische Wanderwege mit atemberaubenden Aussichten. Außerdem gibt es eine kostenlose Karte der Festung und ein Geschichtsquiz für Kinder, um die Kleinen zu unterhalten. (Dauer: 3,5 Stunden) Abendtour: Bei dieser Tour zeigt sich Spike Island buchstäblich in einem ganz anderen Licht. Kerzenbeleuchtete Korridore, unheimliche Tunnel und verlassene Gefängniszellen erwarten einen bei den After-Dark-Touren, die für alle Bereiche zugänglich sind. Bei dieser vollständig geführten Tour tauchen fachkundige Führer in die düstere Geschichte des einst berüchtigtsten Gefängnisses Irlands ein und erzählen schaurige Geschichten über die Mörder und Abartigen, die hier einst ihr Unwesen trieben. (Dauer: 3 Stunden, nur für Personen ab 16 Jahren geeignet!) Hier weitere Informationen über Halloween auf Spike Island und andere Veranstaltungen. Die Plätze auf den Fähren sind begrenzt; es wird daher die Vorbestellung der Tickets empfohlen. Hier kann man die Tickets buchen. Parken - Kostenlose Parkplätze stehen auf dem Five Foot Way Car Park in der Nähe des Cobh Heritage Centre zur Verfügung, das einen Kilometer vom Stadtzentrum und der Abfahrtsstelle der Fähre entfernt ist (10 Minuten Fußweg). Gebührenpflichtige Parkplätze gibt es auf dem Parkplatz an der Kathedrale von Cobh, der nur fünf Gehminuten von der Abfahrtsstelle der Fähre entfernt ist. Das Parken auf der Straße im Stadtzentrum von Cobh ist auf 3 Stunden begrenzt und daher für Besucher von Spike Island nicht geeignet. Achtung, Hunde sind nicht erlaubt! Zugänglich für Kinderwagen, Rollstuhl etc.? Sowohl am Cobh-Pier als auch am Spike-Island-Pier gibt es zwei rollstuhlgerechte Pontons, die den Zugang zur Fähre erleichtern. Bei Flut ist der Zugang über eine Rampe einfacher und weniger steil. Auf der Insel angekommen, gibt es einen kurzen, aber steilen Anstieg (400 m), bevor man das Fort erreicht. Es gibt einen gepflasterten, rollstuhlgerechten Fußweg vom Pier hinauf zur Festung und um die innere Festung selbst herum. 10 der 12 Ausstellungsräume und Museen auf der Insel sind für Rollstuhlfahrer zugänglich. Alle anderen öffentlichen Bereiche, einschließlich des Cafés und des Souvenirladens, sind für Rollstuhlfahrer zugänglich. 7 Geisterführung durch Cobh Bei einer 50-minütigen Geisterführung durch Cobh lauscht man den lokalen Erzählungen über Erscheinungen am Ufer des Wassers, sieht sich die alten Gebäude in der Stadt an, in denen es spuken soll. Es gibt Geschichten von Menschen, die von dem, was sie gesehen und gehört haben, versteinert wurden. 8 Cobh Kultur-Tour Ein geführter Rundgang auf dem Titanic Trail durch Cobh in Kombination mit dem Eintritt in das Queenstown Story Heritage Centre. Täglich um 11 Uhr kann man das „Beste aus beiden Welten“ bekommen. Erstaunliche Einblicke in die Geschichte der RMS Titanic und der Lusitania, verbunden mit einem gemütlichen Spaziergang durch die architektonisch gut erhaltenen Straßen und Gebäude. Ganztägiger Eintritt in das Queenstown Story Heritage Centre mit seinen Informationen über Auswanderung und Umsiedlung, Sträflingstransport. Cobhs Geschichte im Schnelldurchlauf Cobh ist heute auch ein Ausflugsort für Besucher aus Cork City und die Passagiere vieler Kreuzfahrtschiffe, die im Hafen festmachen. Erstmals erwähnt wurde der Ort 1750 unter dem Namen Cove  ( the Cove of Cork ), 1849 erfolgte die Umbenennung in Queenstown  aus Anlass des Besuchs von Königin Victoria . 1922 wurde mit der Unabhängigkeit Irlands der englische Name Cove  schließlich in die irische Schreibweise Cobh  geändert. Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich das Dorf während der Napoleonischen Kriege zum Flottenstützpunkt. In diese Zeit fallen auch Cobhs Anfänge als Auswandererhafen. Von hier aus verließen ca. 2,5 Millionen der insgesamt sechs Millionen Emigranten zwischen 1848 und 1950 ihre irische Heimat. Die erste Dampfschifffahrt zwischen Irland und und England begann 1838 in Cobh. Weiterhin war Cobh von 1921 bis 1939 siebenmal Zielhafen der Weizenregatta , einem Wettrennen der Windjammer auf Frachtfahrt von Australien nach Europa, das veranstaltet wurde, um schnellere Fahrten der Frachtschiffe zu erreichen. Im Ersten Weltkrieg war Queenstown dann Basis der britischen und amerikanischen Marine. Die Geschichte Cobhs (damals Queenstown) ist auch eng mit der Schiffskatastrophe der Titanic und der Lusitania verknüpft. Das Passagierschiff Lusitania  wurde am 7. Mai 1915 auf der Fahrt von New York nach Liverpool 40 Kilometer entfernt vor dem Old Head of Kinsale von dem deutschen U-Boot U 20 torpediert und sank schnell. Die Überlebenden wurden nach Queenstown gebracht. Knapp 300 der etwa 1200 Opfer konnten geborgen werden; weit über hundert Tote sind auf dem Clonmel Cemetery beigesetzt. Dieser Friedhof (auch Old Church Cemetery) birgt so viel irische Geschichte an einem Ort - vom Boxer Jack Doyle bis zu den Massengräbern der Lusitania - er ist auch Teil des Titanic Trails. Fazit: Wer in der Nähe von Cork ist, sollte Cobh unbedingt auf der Liste haben. Cobh lohnt sich – egal, ob nur für einen Tagesausflug, oder um mehr über die RMS Titanic zu erfahren, die hier im April 1912 die letzten Passagiere vor ihrer schicksalhaften Fahrt abholte, oder um die irische Auswanderhistorie besser zu verstehen. Man kann sich einfach einen richtig guten Tag dort machen.

  • Warum Irland 1602 alles verlor ...

    Es gab eine Zeit, in der die Engländer in Irland nur noch wenige Garnisonen kontrollierten, eine Zeit, in der sie sich der englischen Fremdherrschaft hätten entledigen können. Warum sie am Ende doch alles verloren, wie das Wetter ihnen einen Strich durch die Rechnung machte, was es mit ihren kleineren Pferden und einem rätselhaften Entschluss des Clan-Häuptlings O'Neill zu tun hat, das wollen wir hier näher beleuchten. Die Schlacht von Kinsale  genannte Belagerung ist die  entscheidende, schicksalhafte Schlacht in Englands leider erfolgreichem Bestreben, das gälische Irland unter Kontrolle zu bringen. Die Belagerung war Teil des Neunjährigen Kriegs  – einer Rebellion von Aodh Mór Ó Néill , Aodh Rua Ó Dónaill  und anderer irischer Clanführer gegen die englische Herrschaft in Irland und dauerte vom 2. Oktober 1601 bis zum 3. Januar 1602. Eine Reihe von Siegen auf dem Schlachtfeld zwischen 1593 und 1599 und eine Ausweitung des Krieges von Ulster über die Midlands bis nach Munster hatten der englischen Krone die Kontrolle über den größten Teil Irlands entrissen. Es fehlte nicht mehr viel und Irland hätte die Fremdherrschaft abschütteln können, doch ... Pleiten, Pech und Pannen Nach dem Scheitern der spanischen Armada im Jahr 1588 hatte der spanische König Philipp II. beschlossen, die irischen Rebellen auszunutzen, um eine neue Front im Krieg gegen England zu schaffen. Die 2. spanische Armada sollte die irischen Freiheitskämpfer unterstützen, wurde aber im Oktober 1596 vor Kap Finisterre von Stürmen zerschlagen. Der kranke Philipp schickte im folgenden Jahr eine weitere Armada aus, doch auch diese scheiterte aufgrund von Stürmen, Pech und schlechter Planung. Nach dem Tod Philipps II. setzte Philipp III. die direkte Unterstützung der irischen Rebellen fort. 1601 schickt er 6000 Mann und eine beträchtliche Menge an Waffen und Munition nach Irland. Bei schlechtem Wetter werden die Schiffe getrennt, neun von ihnen, ausgerechnet die mit dem größten Anteil an Soldaten und Schießpulver, müssen umkehren. Die verbleibenden 4000 Mann gehen am 2. Oktober 1601 in Kinsale von Bord. Ausgerechnet in Kinsale, am entgegengesetzten Ende der irischen Rebellenfestungen in Ulster! Dieser geografische Faktor ist ein weiterer entscheidender Stein in der Kette unglücklicher Ereignisse. Als der beauftragte Lord Deputy von Irland von der spanischen Landung erfährt, zieht er soviele Männer wie möglich rund um die Garnisonen ab und lässt sie nach Kinsale marschieren. Am 2. Oktober belagert er Kinsale und erhält weitere Verstärkung. Die englische Armee wächst auf 12 000 Mann an, doch wirklich kampffähig sind nur 7500. Zur gleichen Zeit haben die Iren ein Problem, die Clanchefs beraten immer noch, was zu tun ist. Soll man Ulster ungeschützt zurück lassen? Wochenlang überlegen und zögern sie, bis schließlich aus dem Herbst ein stürmischer nasser Winter wird. Die Entscheidung der Spanier, in Kinsale zu landen, zwingt O'Neill auch dazu, sich mit seinem ungestümen Verbündeten, Red Hugh O'Donnell, darauf zu einigen, die bisher erfolgreiche Guerillataktik aufzugeben und eine offene Konfrontation zu riskieren. Notgedrungen brechen sie nach viel zu langem Zögern zu einem fast 500 Kilometer langen Wintermarsch auf. O'Neill mit 2500 Fußsoldaten und 500 Pferden und O'Donnell mit 1500 Fußsoldaten und 300 Pferden. Der irische Sieg liegt zum Greifen nah Die englischen Truppen sind nicht in der Lage, die Stadt Kinsale und ihre Umgebung zu umzingeln, aber sie erobern einige höher gelegene Gebiete und setzen die spanischen Truppen einem ständigen Artilleriebeschuss aus. Dann trifft die englische Flotte mit einem Geschwader von zehn Schiffen ein und schneidet die Stadt vom Meer ab; gleichzeitig reitet die englische Kavallerie durch das Umland und zerstört Vieh und Ernten, während beide Seiten die Bevölkerung zur Gefolgschaft aufrufen. Im Dezember sorgt der Mangel an Vorräten und das raue Wetter dafür, dass die belangernden englischen Truppen reihenweise an Ruhr und Fieber sterben. Die Lage für die Engländer ist katastrophal, denn Desertion, Krankheit und Verluste dezimieren die belagernde Armee um fast 50 %. Dennoch, sie sammeln sich und greifen die Iren an. Leutnant Alferez Bustamente, der aus den Reihen der Spanier zuschaut, stellt mit Abscheu fest, dass seine irischen Verbündeten nach einem kleinen Scharmützel an der ersten Furt den Rückzug antreten. Wieder auf festem Boden hält O'Neill die Stellung, wartet auf den nächsten Zug der englischen Armee und vergibt so die Initiative. Dennoch sieht es gut für die Iren aus, denn zeitgenössische Augenzeugen berichten, dass die Engländer die Iren sofort angriffen, um sie zu brechen, doch die spanisch-irische Armee schlägt die Reiter mit einem Igel aus Piken zurück, die sich daraufhin zurückziehen müssen. O’Neill kontrolliert bereits die Anhöhe und ist bereit, diese zu verteidigen, da seine Verbündeten an mehreren Seiten bereitstehen. Doch als keine dieser Truppen sich in Bewegung setzt, ordnet er einen Rückzug in die umgebende Moorlandschaft an, in der Hoffnung, die englische Kavallerie in dieses sumpfige Gebiet zu locken. Letztlich werden O’Neills Männer aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit der englischen Truppen von der Kavallerie überrannt, die auch einen Flankenangriff von O’Donnells Truppen verhindern können. Nun beginnen auch die anderen irischen Truppen zu Fuß zu fliehen. Englische Quellen berichten, die Spanier mit ihren Piken hätten heftigen Widerstand geleistet, seien jedoch überwältigt und in Stücke gehackt worden. O'Donnells Nachhut soll aus irgendeinem Grund zu spät zur Schlacht eingetroffen sein und wurde nicht angegriffen. Der spanische Kommandant Aguila in der Stadt Kinsale hält die Schlachtgeräusche für eine List der Engländer, seine Truppen aus der Stadt zu locken und greift nicht ein. Er macht dazu noch einen weiteren entscheidenden Fehler, als er die herannahenden englischen Truppen für die erwartete irische Unterstützung hielt. Er befiehlt seinen Männern, die Stadt der nahenden, wie er meinte, siegreichen irischen Armee zu überlassen. Als er die Banner der Engländer erkennt, ist es zu spät. Die Spanier übergeben Mountjoy die Stadt „unter Bedingungen“ und dürfen nach Spanien zurücksegeln. Irlands Schicksal wird besiegelt Das irische leichte Pferd war nicht für den Schockeinsatz geeignet und dem englischen Pferd nicht gewachsen. Die irische Infanterie war für einen Kampf in Formation gegen eine gut ausgebildete Berufsarmee schlecht ausgebildet. Jahrelang hatten die Engländer auf eine Gelegenheit gewartet, die Iren auf einem weiten offenen Feld zu schlagen. Dass die Engländer die dreifache Überzahl der irischen Truppen besiegen und in die Flucht schlagen konnten, zeigte die Schwäche der irischen Streitkräfte in einer konventionellen Schlacht. Immerhin, die Iren hatten den ersten Angriff abgewehrt und wurden erst gebrochen, als sie ihre Reihen für ihre fliehende Kavallerie öffneten. Was die Flucht der Iren anbelangt, so war es üblich, dass die Iren in Schwierigkeiten einen fliehenden Rückzug antraten, aber dieses Mal gab es kein Moor oder einen Wald, in den sie fliehen konnten, sondern nur ein weites offenes Feld, auf dem sie den englischen Pferden ausgeliefert waren. Auch boten die irischen Reiter ihrem Fußvolk keinen Flankenschutz. Dieser englische Sieg beendete die spanische Hilfe in Irland und einen Großteil des irischen Widerstands. Die Truppen von Ulster kehrten in ihre Heimatprovinz zurück, und nach zwei weiteren Jahren der Zermürbung kapitulierten die letzten von ihnen 1603, kurz nach dem Tod von Königin Elisabeth. O'Neill kehrte in seine Heimat Ulster zurück und kämpfte weiter, doch sein Nimbus der Unbesiegbarkeit war gebrochen. Am 30. März 1603 unterwarf er sich in Mellifont der Krone, wo er großzügige Bedingungen erhielt. Vier Jahre später beschloss er, nach Spanien zu gehen. O'Neill wurde bei der so genannten „ Flucht der Grafen “ von zahlreichen Anhängern und anderen Häuptlingen begleitet. Sie hatten stets die Absicht, eine Armee aufzustellen und die englische Autorität in ihrer Heimatprovinz zu verdrängen, aber die Gebiete, die sie zurückgelassen hatten, wurden bald im Rahmen der Ansiedelung schottischer und nordenglischer Siedler ( Plantation of Ulster ) aufgeteilt, und sie konnten nicht mehr zurückkehren. England hatte erreicht, die alte gälische Ordnung zu zerstören und sich des Clansystems und der lästigen Häuptlinge zu entledigen. Was auch immer der Grund für O'Neills Entscheidung gewesen war, sich zurückzuziehen, er traf damit eine schicksalhafte Entscheidung, die ihn eine Schlacht, einen Feldzug, einen Krieg und ein Königreich kostete. Nichtzuletzt ist das Ergebnis der Schlacht von Kinsale verheerend für die bestehende irische Kultur und Lebensweise, da das alte gälische System endgültig zerschlagen ist.

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